Meine Mutter war ihrer Zeit weit voraus. Sie konnte nicht kochen. Können ja heute immer mehr Menschen nicht. Zur Freude der Tiefkühlindustrie, der Gastro-Szene und der Fast-Food-Kultur.

Auch zur Freude der digitalen Entrepeneure. Schon seit einigen Jahren bemühen sich Anbieter wie KommtEssen, Kochzauber oder HelloFresh im Web um Kunden, die bei der Zusammenstellung der Zutaten und bei den Rezepten scheitern. Sie liefern kochfertig zusammengestellte Tüten mit allen Zutaten nach Hause. Kochen muss man noch selbst. Auch pfeffern und salzen. Aus frühkindlicher Erfahrung weiß ich, das ist ein Minenfeld am Herd.

Es geht, der digitalen Disruption sei Dank, noch einfacher. Eine neue Generation der Web-Gastronomie bietet eine hippe Version von „Essen auf Rädern“. EatFirst oder auch Foodora und eine Reihe anderer Anbieter liefern binnen kurzer Zeit für kleines Geld. Frisch zubereitete Gerichte. Aus schickeren Restaurants. Quasi ein Pizza-Bote in edel.

Das Wiesbadener Start-up Munchee bringt fertig zubereitete Gerichte sogar im Aromabeutel. „Gourmet- Erlebnis für Zuhause“ nennt so etwas Mitbewerber Kukimi, der seine Mahlzeiten gleichfalls im Beutel liefert. Kreativ, kulinarisch, Zeit sparend wollen die Anbieter sein.

Was meine Mutter versteht: Kochbeutel. Das kennt sie vom Reis. Wasser heiß machen, das kann sie. Das kann was werden.