Das letzte Mal, dass ich in einem Laden eingekauft habe, war eine existenzielle Notlage. Ich brauchte dringend ein Netzteil für mein iPhone.

Ich erinnere mich, dass ich mich im Elektronikmarkt am Hamburger Bahnhof wundgesucht habe. Danach wartete ich ewig in der Kassenschlange. Grausam.

Dank der Beacon-Technologie, diesem digitalen Leuchtfeuer für die standortbasierte Kommunikation, soll alles besser werden. Direkte Ansprache des Kunden via Beacon-Signalgerät und Bluetooth auf das Handy, Content-Pipi - pardon - verkaufsfördernde Nachrichten an die Laufkundschaft, Navigationshilfen im Laden und zusätzlich noch Mobile Payment, dieses Schmerzmittel gegen den unangenehmsten Moment beim Einkauf.

Wie immer fragen sich viele Händler, ob es bequemere Postkutschen nicht auch tun würden. Für die Fahrt zum Insolvenzverwalter sicherlich.

Denn Mobile ist die letzte Chance der Kohlenstoffwelt, an den digitalen Konsumenten anzudocken. Der sieht ja längst keine Schaufenster mehr, weil er nur auf das Display des Smartphones starrt. Es ist sein Leuchtturm.

Dort erwartet er seine Infos. Nicht von Mitarbeitern, die oftmals nur Attrappe oder gar nicht vorhanden sind. Smartphones und künftig Smartwatches und andere Wearables sind der Knotenpunkt unseres Alltags. Das kann man bedauern, aber nicht wegdiskutieren.

Man kann als Händler nur versuchen, daran anzuknüpfen – mit einem digitalisierten POS und Lösungen wie Beacon. Oder Sie starren weiter aus dem Schaufenster auf die Menschen, die leicht gebückt an Ihrem Laden vorbeihuschen. Bis die Postkutsche kommt. „Ich konnte was früher kommen“, wird der Kutscher dann sagen, während er auf seinem  Smartphone ein paar Läden "tindert".