Der Verkauf des insolventen Karstadt-Konzerns geht in die heiße Phase: Heute endet die Frist, bis zu der Interessenten Kaufangebote für die 120 Warenhäuser einreichen können.

Investoren mit Interesse an einem Einstieg bei der insolventen Warenhauskette Karstadt müssen sich beeilen: Heute läuft um 17 Uhr die von Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg gesetzte Frist zur Abgabe von Angeboten ab.

Derzeit ist noch völlig unklar, ob es Interessenten für eine Übernahme des Pakets von 120 Warenhäusern gibt, das Görg nur als Ganzes abgeben will.

Medienberichte, nach denen die Investmentbank Goldman Sachs an einer Übernahme der Warenhäuser interessiert sein soll, wurden bislang nicht bestätigt. Goldman Sachs ist über eine Beteiligung an dem Immobilienfonds Highstreet an 83 der 120 Karstadt-Warenhäuser beteiligt. Weitere vier Warenhäuser gehören dem Oppenheim-Esch-Fonds, der Rest privaten Vermietern.

Vor einigen Tagen war von amerikanischen Investoren die Rede, die nicht nur die insolvente Karstadt-Kette übernehmen, sondern auch dem Handelskonzern Metro deren Kaufhof-Warenhäuser abkaufen wollen. 

Schicksalstag für Karstadt

Vor zwei Wochen hatten die Karstadt-Gläubiger dem Insolvenzplan zur Rettung des Unternehmens zugestimmt. Damit war der Weg frei für den Einstieg eines Investors. Bestandteil des Insolvenzplans war auch ein Sanierungsbeitrag der Belegschaft in Höhe von 150 Millionen Euro.

Falls Görg heute mit seinem Plan scheitert, würde Karstadt, ähnlich wie die Arvandor-Versandtochter Primondo mit der Tochter Quelle, in Einzelteilen verkauft. Dann könnten sich einige Investoren wie Metro aus dem Karstadt-Nachlass die besten Standorte aussuchen.

Metro hatte immer wieder Interesse an bis zu 60 Karstadt-Häusern gezeigt, jedoch eine vollständige Übernahme von Karstadt definitiv abgelehnt.

Eine Chronik der Karstadt-Krise finden Sie hier.