Es gibt immer wenige kleine Lebensmittelläden in Deutschland, wohingegen die Discounter immer größer werden. Im Internet ist es genau andersherum: Da schlägt die Stunde der kleinen Spezialisten.

Die kleinen Lebensmittelgeschäfte geraten weiter unter Druck. Immer mehr Supermärkte, die kleiner als 400 Quadratmeter sind, verschwinden ganz. Die durchschnittlichen Discountflächen des Lebensmitteleinzelhandels (LEH) werden hingegen größer, hat das EHI Retail Institute in seiner Statistiksammlung "Handelsdaten aktuell 2016" herausgefunden.

Obwohl Lebensmittelhändler durchaus mit Konzepten für kleine Geschäfte experimentieren, verliert die Kleinfläche insgesamt deutlich an Boden. Von 11.193 kleinen Lebensmittelgeschäften (bis 400 qm) in 2010 in Deutschland sind im vergangenen Jahr noch 8.900 geblieben. Mit dem Rückgang der Kleinfläche geht demnach auch die Anzahl der Lebensmittelgeschäfte insgesamt zurück. Während es 2010 hierzulande noch 39.288 Lebensmittelgeschäfte gab, sind fünf Jahre später noch 37.943 übrig. Die einzelnen Objekte hingegen werden größer. Diese erhebliche Flächenerweiterung beschreibt einen Strukturwandel hin zu größeren Geschäften im Lebensmittelhandel.

Läden hübschen sich auf

Auch Lebensmitteldiscounter beschreiben diesen Trend. Hatte beispielsweise eine neueröffnete Aldi-Nord-Filiale in 2005 eine durchschnittliche Verkaufsfläche von 810 Quadratmeter, waren es zehn Jahre später bereits 950 qm. Aldi-Süd hat seine neueröffneten Flächen in diesem Zeitraum von rund 830 auf 980 Quadratmeter ausgebaut. Außerdem erweitern die Discounter ihre Sortimente, listen immer mehr Markenartikel und investieren deutlich höhere Summen in die Gestaltung ihrer Verkaufsflächen. Auch Supermärkte erhöhen ihre Ausgaben für Ladenbau.

Schon im Jahr 2013 befanden sich die Investitionen in die Einrichtung neuer Märkte im Lebensmittelhandel insgesamt auf einem Rekordniveau von rund 800 Millionen Euro und zeigten eine Steigerung von 37 Prozent in Relation zum Vergleichsjahr 2011. Für das laufende Jahr rechnet das EHI mit einer weiteren signifikanten Steigerung.

Spezialisten gehen ins Netz

Der Lebensmittelhandel investiert demzufolge auch in Onlinekonzepte. Dieser Markt werde jedoch von Spezialisten dominiert. Das extravagante Dried Age-Beef, das Bio-Gemüse oder spezielle Allergiker-Nahrung sind im Netz gut vertreten und machen immerhin 92 Prozent der Lebensmittel-E-Commerce-Anbieter aus. Ein Vollsortiment wie aus einem gut sortierten Supermarkt bekannt, bieten hingegen nur 8 Prozent der Händler im Netz an.