Nach dem Pilotabschluss in Baden-Württemberg berät die Gewerkschaft Verdi nun über die Ausweitung des Kompromisses auf andere Bundesländer.

Die große Tarifkommission der Gewerkschaft will am 23. Juli über den Pilotabschluss beraten. Einen Tag später kommen die Vertreter der Tarifkommissionen aus allen anderen Tarifbezirken zusammen, um die Einigung zu bewerten.

Die von den Tarifpartnern vereinbarte Erklärungsfrist endet am 25. Juli. Gibt es bis dahin keine Einwände, tritt der Abschluss in Kraft.

Der Kompromiss sieht eine Lohnsteigerung um 3 Prozent rückwirkend zum 1. April 2008 vor. Hinzu kommt eine Einmalzahlung von 400 Euro für den tariflosen Zeitraum von April 2007 bis März 2008.

Die Arbeit an Samstagen bleibt künftig bis 18:30 Uhr zuschlagsfrei. Dafür erhalten die Beschäftigten 2009 und 2010 jeweils 150 Euro zur Altersvorsorge, als Wertguthaben auf einem Langzeitkonto oder als Warengutschein.

Regionale Besonderheiten werden ausgehandelt

Einzelne Landesorganisationen von Verdi zeigten sich mit dem erzielten Kompromiss zufrieden.

Ulrich Meinecke, Verdi-Fachbereichsleiter in Hamburg, lobte den Stuttgarter Abschluss als „bemerkenswerten Erfolg".

Die Nacht- und Spätzuschläge seien weitgehend erhalten geblieben und der Manteltarif mit Urlaub, Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld, Altersvorsorge, Zuschlägen und 37,5-Stunden-Woche sei bis 2011 gesichert.

„Dieser Abschluss ist eine gute Verhandlungsgrundlage für unser Bundesland", sagte auch Lieselotte Hinz, Verdi-Verhandlungsführerin in Nordrhein-Westfalen.

Es gäbe jedoch noch „regionale Besonderheiten" zu berücksichtigen, daher bestehe an einigen Stellen „durchaus noch Beratungsbedarf", betonte die Funktionärin.

Lob kommt auch von der Arbeitgeber-Seite. ,,Wir sind zufrieden, dass es endlich einen Abschluss gegeben hat", sagte etwa Kaufland-Personalchef Christian Vogler.

Mönig-Raane gibt sich kämpferisch

Die stellvertretende Verdi-Vorsitzende Margret Mönig-Raane gestand ein, dass der Abschluss „unter dem anderer Branchen" liege.

„Wir hätten uns mehr gewünscht", sagte Mönig-Raane, im Bundesvorstand für den Handel zuständig. Doch nun erhielten die Beschäftigten die dringend benötigte Erhöhung der Löhne und Gehälter, und der Flächentarifvertrag sei gesichert.

Die Verdi-Vizechefin denkt bereits an die nächste Lohnrunde, die im Frühjahr 2009 ansteht: „Wir werden für Reallohnzuwachs kämpfen."