Die regional geführten Tarifverhandlungen im Einzelhandel gehen am heutigen Dienstag im Südwesten in die nächste Runde. Der HDE befürchtet Streiks im Weihnachtsgeschäft.

Baden-Württemberg ist das erste Land, in dem Gewerkschaft und Arbeitgeber bereits zum sechsten Mal aufeinandertreffen, um über einen Tarifabschluss zu verhandeln. Abschlüsse in großen Bezirken haben in der Regel auch Signalwirkung für andere Gebiete.

Die Fronten sind derzeit allerdings bundesweit verhärtet: Verdi fordert in den meisten Ländern entweder einen Euro oder 6,5 Prozent mehr Lohn für die bundesweit 2,7 Millionen Beschäftigten. Zudem lehnt die Gewerkschaft Änderungen am Manteltarifvertrag ab. Die Arbeitgeber wollen ihn überarbeiten.

Der Präsident des Handelsverbandes HDE hatte auf einer Pressekonferenz vor Streiks im Weihnachtsgeschäft gewarnt: "Auch für die Beschäftigten des Einzelhandels ist das Weihnachtsgeschäft die größte Herausforderung des Jahres. Wenn Verdi diese Zeit mit Streiks belastet, hat die Gewerkschaft den Boden für eine faire Tarifpartnerschaft längst verlassen", so Josef Sanktjohanser.

Der Verband hatte seinen Mitgliedern im Sommer empfohlen, die Gehälter ab Juli 2013 freiwillig um 2,5 Prozent zu erhöhen. Viele Händler seien dieser Empfehlung gefolgt, berichtete Sanktjohanser.

dpa, DH