Seit einem Jahr wird im Innovation Store von Knauber die moderne Handelswelt getestet. Nun liegen erste Ergebnisse vor. Fazit: Der Kunde will Ware ausprobieren und erleben.

Seit etwas über einem Jahr gibt es in der Pulheimer Filiale des Knauber-Freizeitmarktes den Innovation Store. Hier testen 17 Netzwerkpartner aus Handel, Industrie, Dienstleistung und Wissenschaft moderne Handelskonzepte und Produktneuheiten. Gesteuert wird das Projekt vom Institut für Handelsforschung (IFH) Köln.

Nun ziehen die Projektpartner eine Zwischenbilanz. Demnach werden neue Technologien werden nicht um ihrer Selbst willen vom Kunden angenommen werden, sondern nur, wenn ein Nutzen erkennbar ist, schreibt das IFH. So waren aufgrund technischer Hürden beispielsweise Beacons für den Kunden im Laden nicht attraktiv, heißt es. Auch die Ergebnisse einer aktuellen Umfrage unter Baumarkt-Konsumenten bestätigen, dass Baumarktbesucher digitale Angebote anhand ihres konkreten Nutzwerts bewerten und nicht per se digitale Services präferieren.

Ein klarer Mehrwert ist etwa Convenience. Genau darauf setzen die Netzwerkpartner fischer und Osram mit ihren neuen Projekten: Digitale "Produktfinder" helfen bei der Artikelwahl und lotsen Kunden im Regal zum passenden Artikel.

Produkte ausprobieren

Ein weiterer Wunsch von Baumarktkunden: Im Geschäft sollen Produkte ausprobiert werden können (69 Prozent). Dies mache etwa der Hersteller Caramba in seinem neuen Innovation-Store-Projekt möglich. An verschiedenen Test-Stationen können die Reinigungs- und Pflegeprodukte realitätsnah an Fliesen oder Edelstahl getestet werden. Auch das neue Gemeinschaftsprojekt "Wohnraumgestaltung" setzt auf das Thema Erlebnis. Knauber Freizeit, Alpina, A.S. Creátion, Hornschuch und OSRAM präsentieren ihre Produkte - wie Wandfarben oder Leuchtmittel - hier gemeinsam.

Kunden können die Produkte so im Ergebnis und nicht nur einzeln im Regal betrachten - auch das ein Konsumentenwunsch (54 Prozent), der in der neuen Projektphase aufgegriffen wird.

Die grundsätzliche Herausforderung bei diesem Vorhaben: Die Aufmerksamkeit der Kunden muss dauerhaft erreicht werden, um weiterhin valide Erkenntnisse aus dem Projekt Innovation Store ziehen zu können, schreibt das IFH weiter.