“Technik, die begeistert” - der Slogan ist zwar von Opel, könnte aber auch über diesem Artikel stehen. Denn es geht es um Shops, die sich auf Technik spezialisiert haben. Mit welchen Serviceangeboten versuchen sie, die Kunden zu überzeugen? Und wie finden die Kaufwilligen im Dickicht der Alternativen eigentlich das passende Produkt?

Der Wettbewerb zwischen den Anbieter brauner, weißer und grauer Ware ist hart. Und die ganz großen Vertreter in diesem Segment trommeln auf allen Kanälen. Von großformatigen Beilagen, die aus den Wochenendausgaben der Tageszeitungen rieseln, über Jingles in Dauerrotation im Radio bis zu den TV-Spots, deren Melodien und Slogans sich in den Kopf fräsen. Weil man schließlich nicht blöd ist, muss Technik eben so? Sie kennen das. Wie aber sieht die Wirklichkeit in den Webshops aus?

Cyperport

Cyperport ist mal als Pure Player unterwegs gewesen, bietet den Kunden aber inzwischen auch den Kauf im Filialnetz. Der Shop ist luftig gestaltet und überfährt den Kunden nicht mit Angeboten, sondern räumt gerade vertrauensbildenden Elementen viel Raum ein. An herausragender Stelle wird auf die Kundenhotline hingewiesen und mit einer TÜV-Zertifizierung geworben. Die Website wird auch als mobile Variante angeboten. Außerdem bietet Cyperport seinen Kunden die Nutzung einer App an. Beim Versand sorgte das Unternehmen mit der 3-Stunden-Lieferung aus seinen Filialen für Schlagzeilen.
Wer nicht das Glück hat, in einem der Liefergebiete zu wohnen, bestellt dann eben auf konventionellem Wege. Die Versandkosten sind dabei abhängig vom Versandunternehmen und dem Warenwert und für den Kunden transparent aufgeschlüsselt. Bei den Bezahlverfahren nutzt Cyberport Paypal, Sofortüberweisung, Kreditkarte, Giropay, Vorkasse, Nachnahme und bietet auch die Finanzierung an. Ganz neu bei den Serviceangeboten ist auch ein eigenes Magazin, das auch online gelesen werden kann.

Comtech

Der Markenname des Shops stammt aus einer Zeit, als sich Unternehmen wie Escom, Vobis und auch Comtech eine regelrechte Schlacht im Handel und Vertrieb mit Personalcomputern lieferten. Computer gibt es bei Comtech zwar auch, aber inzwischen liefert die Marke nur das Dach für den Onlineshop. Dieser ist responsiv gebaut und sehr übersichtlich gestaltet. Um das Vertrauen der Kunden wird mit Gütesiegeln, Kundenbewertungen und ein Rückgaberecht von 30 Tagen geworben. Bezahlt werden kann mit Amazon, Vorkasse, Kreditkarte, Paypal und Sofortüberweisung. Auch die Finanzierung ist möglich. Die Versandkosten richten sich nach der gewünschten Versandart und dem Zahlungsweg. Wer in der Nähe ist, kann seine Ware auch aus dem Zentrallager in Aspach abholen.

Conrad

Der wirklich “dicke Katalog” von Conrad war ein fester Begleiter in meiner Jugend. In dem schweren Ding war so ziemlich alles versammelt, was man als passionierter Elektronikbastler so gebrauchen konnte. Die dicken Kataloge gibt es immer noch und man kann sie sich auch im Online-Shop des Versenders bestellen. Dessen Homepage wird von einem großen Slider dominiert. Gemeinsam mit einem Popup, das um Newsletterkunden wirbt, ist das schon fast etwas zu viel des Guten. Über die obere Navigation wird zwischen Geschäfts- und Privatkunden unterschieden.

Der Zugriff auf die Produkte erfolgt entweder über die ausladende Kategorienliste in der linken Navigation oder die Produktsuche, die dann auch gleich konkrete Produktvorschläge macht. Über einen Service-Bereich und die Hauptseiten von Kategorien können auch Produktberater aufgerufen werden, die den Kunden dann Schritt für Schritt durch die Auswahl führen.

Bei der Gestaltung selbst verlässt sich Conrad offenbar auf seinen guten Namen und eine gewisse Bekanntheit. Siegel und Bewertungen als vertrauensbildende Maßnahmen erscheinen erst am Ende der Seite.

Wer seinen Wunschartikel gefunden hat, kann sich diesen nach Hause und in die Filiale liefern lassen. Hier können aber auch sofort lieferbare Produkt direkt abgeholt werden. Dazu wird auf den Detailseiten eines Produkts eine Verfügbarkeitsanzeige angeboten. Bezahlt wird bei Conrad mit Kreditkarte, Sofortüberweisung, Paypal, Lastschrift und Rechnung. Auch eine Finanzierung ist möglich.

Etwas unter Wert schlägt sich Conrad durch die vielen nur aus SEO-Gründen am Fuß der Seiten platzierten Texte, die für den Kunden keinen Mehrwert bieten.

redcoon

Das sind doch die?! Genau, die mit der Werbung, die zumindest einem Teil der männlichen Bevölkerung angesprochen, dem Werberat aber weniger gefallen hat. Hier wird jedenfalls gespart, das suggerieren die Preisschilder und die knallige Farbgebung des Shops. Die Startseite wirkt insgesamt etwas unruhig, das Warenangebot ist aber gut strukturiert. Es gibt auch eine mobile Version des Shops.
Hervorgehoben wird die schnelle Versandabwicklung gleich am nächsten Werktag, sofern es sich um einen vorrätigen Artikel handelt. Mit Google Zertifikat und Kundenbewertungen wird um das Vertrauen der Neukunden geworben. Umfangreiche Beratungstools wie bei Cyberport gibt es hier nicht. Dazu greift Redcoon auf den Detailseiten von Produkten gern auf Testberichte unterschiedlicher Quellen zurück. Die Kosten für den Versand sind vom Produkt abhängig. Hat der Kunden gefunden, was er sucht, kann er mit Sofortüberweisung, Vorkasse, Paypal, Giropay, Kreditkarte und Rechnungskauf via Klarna bezahlen. Auch eine Finanzierung ist möglich.

Pearl

Eine Ausnahme im Allerlei der stets gleichen Notebookmodelle und Waschmaschinentypen ist dieser Shop. Dessen Design ist alles andere als schön, eher überladen. Wenn man es denn Design nennen will. Eine mobile Variante gibt es nicht. Die Bedienung auf dem Tablet oder Smartphone ist also eher problematisch. Bei Pearl gibt es aber Produkte, die Sie anderswo suchen werden.
Denn neben Computern, Standmixern oder Tablets finden Sie auch “pfiffige” Moskitonetze oder Sekundenkleber. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal zu den Mitbewerbern ist PearlTV. Ein über IP-TV und Satellit empfangbares Homeshopping-Programm. Auch Pearl setzt auf der Homepage stark auf Elemente, die das Vertrauen der Kunden gewinnen sollen. Kundenbewertungen, Google Zertifikat und schließlich auch die Tradition des Unternehmens (Preiswert und innovativ seit 1989). Die Versandkosten sind abhängig von der Zahlweise. Akzeptiert werden Kreditkarte, Paypal und Lastschrift.

Saturn

Das Unternehmen muss man wohl nicht erst vorstellen. Die Startseite des Shops wirkt aufgeräumt, fast schon wie ein Magazin. Für die Kunden wird auch ein solches inklusive Website (Turn On) angeboten. Offeriert wird auch eine mobile Version des Shops, und eine App steht als weiterer Kanal bereit. Wie bei allen in der Fläche vertretenen Anbietern wurde die Funktion des Marktfinders eingebunden. Ist die Ware aus dem Shop auch im Markt verfügbar und der Wohnort des Kunden liegt in einem Radius von 14 Kilometern, steht der Expressversand zum Wunschtermin zur Verfügung. Dieser Extraservice wird mit knapp 15 Euro zuzüglich zu den sonstigen Versandkosten offeriert. Auch bei Saturn können Artikel zur Selbstabholung in den Markt geliefert werden. Dort ist aber auch die Bezahlung des Onlinekaufs möglich. Zusätzlich dürfen Kunden mit Kreditkarte, Paypal, Vorkasse, Klarna, Sofortüberweisung und Giropay bezahlen. Auch Finanzierungen sind möglich.

Euronics

Die Startseite von Euronics gibt sich ebenfalls eher zurückhaltend. Als Verbund von Händlern tut sich das Unternehmen mit dem E-Commerce etwas schwer. Die Angebote werden von Partnern eingestellt, so ist auch immer die Abholung der Ware beim jeweiligen Händler möglich. Leider ist das erst transparent, wenn man sich einen Artikel näher ansieht. Der Shop versucht, durch viele Siegel und Kundenbewertungen das Vertrauen des Kunden zu gewinnen. Und die Technikinteressierten können auch online in einem Kundenmagazin blättern.
In einigen Kategorien wirkt das Angebot allerdings etwas gesucht. Gezahlt werden kann per Paypal, Sofortüberweisung, Kreditkarte, Vorkasse und das eher exotische Masterpass. Etwas ungeschickt an der mobilen Site ist die Standortermittlung gelöst. Diese verdeckt beim ersten Besuch die Hälfte des Bildschirms.

Media-Markt

Güte- und Testsiegel sowie Kundenbewertungen findet der Besucher erst am Ende der Seite des Shops. Media-Markt verlässt sich in dieser Hinsicht schon auf die Bekanntheit seiner Marke selbst. Die Site stellt erwartungsgemäß den Preis in den Vordergrund. Bundles und Schnäppchen allerorten. Mit seinem dichten Filialnetz bindet Media-Markt die Standorte eng in den Verkaufsprozess ein. Bei der Auswahl eines Artikels wird sofort ersichtlich, wenn ein Produkt online nicht mehr verfügbar ist, aber noch in einem Markt in der Nähe abgeholt werden kann. Die Ware aus dem Shop kann auch zur Selbstabholung dorthin geliefert werden.
Für einige Kategorien sind Kaufberater integriert, die die Wunschparameter beim Kunden abfragen. Noch recht jung ist das Clubangebot zur Kundenbindung. Neben einem Clubmagazin und Gewinnspielen gibt es im Rahmen der kostenlosen Mitgliedschaft beispielsweise auch einmal eine Gratislieferung für ein Großgerät. Seine Bestellung kann der Kunde im Markt bezahlen, per Paypal, Sofortüberweisung, Kreditkarte und Klarna.

Berlet

Gerade einmal 9 Fachmärkte betreibt Berlet derzeit.Der Shop wirkt übersichtlich und freundlich. Wie alle anderen Anbieter hat auch Berlet aufgrund der Produktvielfalt das Problem, dass in der zweiten Navigationsebene des Menüs extrem viele Unterpunkte untergebracht werden müssen. Der Shop kann auch in einer mobilen Variante besucht werden. Ingesamt geht es alles etwas bescheidener und familiärer zu. So besitzt jeder Markt eine eigene Seite im Angebot, auf der sich auch der Marktleiter mit einem Grußwort an die Kunden wendet. Bei den für den Onlinehandel typischen Zahlarten sind Paypal, Sofortüberweisung und Kreditkarte dabei. Zusätzlich besteht noch die Option, per Vorauskasse und Nachnahme zu bestellen. Insgesamt ein rundum gut gelungenes Angebot eines kleineren Händlers.

Fast erwartungsgemäß leistet sich keiner der Player in seinem Shop einen Aussetzer. Die Produktpräsentation ist gut und ausführlich. Wer über ein dichtes Filialnetz verfügt, bietet dem Kunden inzwischen auch die Abholung seiner Waren dort. Schwankend sind die Zahl der Beratungstools und die Beratungsangebote. Eine Hotline ist für viele das Mittel erster Wahl. Ein kleiner Ausreißer ist der Shop von Pearl, der es noch nicht in das mobile Zeitalter geschafft hat. Das passt aber auch ganz gut zu dessen eher exotischem Produktangebot.