Als Händler können Sie es drehen und wenden wie Sie wollen, aber auf Amazon und gerade auch bei eBay ist der Preis eines der entscheidenden Argumente für die Kaufentscheidung. Aber spätestens wenn einige Dutzend Artikel online stehen, wird die Anpassung der Preise zu einer aufwendigen Aufgabe. Repricer nehmen Ihnen die Arbeit ab.

 
Wenn der Supermarkt um die Ecke die Preise für Brötchen herabsetzt, bleibt dem Bäcker gegenüber nur die Möglichkeit, nachzuziehen oder die Kundschaft davon zu überzeugen, mehr zu bezahlen. An diesem Grundprinzip ändern auch Online-Marktplätze nichts. Nur ist jeder Händler, je nach Produktsegment, auf einem Marktplatz wie eBay regelrecht von anderen Anbietern umzingelt, die ebenfalls an der Preisschraube drehen. Repricing-Tools können eine zeitsparende und wirkungsvolle Unterstützung sein.

Repricing ist kein Wundermittel

Zunächst heißt Repricing ja nichts anderes als Preisanpassung. Der Einsatz eines solchen Werkzeugs setzt aber nicht die Erwartungen von Kunden außer Kraft. Der attraktivste Preis nutzt nun einmal nichts, wenn die Grundregeln für eine ansprechende Produktpräsentation nicht eingehalten werden.

Preisoptimierung mit Bayprice

Ausführliche Produktbeschreibung, professionelle Bilder und eine überzeugende Eigendarstellung des Händlers sowie seiner Service-Angebote bleiben also notwendige Basis. Die Verpflichtung, Produkte eindeutig zu kennzeichnen, erleichtert Repricing-Tools übrigens die Arbeit. Denn damit werden für die Algorithmen die Angebote der Händler absolute vergleichbar.

Das ist ohne eindeutige Kennzeichnung nicht notwendigerweise der Fall. Bietet Händler 1 das Smartphone "Honor 5 C" an und verwendet Händler 2 den Produktnamen für eine Hülle, ist der Nutzer von Repricing auf die Intelligenz seiner Lösung angewiesen, die dann den Unterschied feststellen muss.

Grundlage bildet eine vernünftige Kalkulation

Die Basis zum erfolgreichen Einsatz eines Repricing-Tools bildet eine vernünftige Kalkulation. Dabei spielt es keine Rolle, für welche Lösung Sie sich entscheiden. Denn Sie müssen stets eine Untergrenze für den Preis definieren. Und da sollten dann schon alle Kosten und Eventualität mit eingerechnet werden, sonst drohen Verluste. Die Definition der oberen Preisgrenze erfordert Erfahrung und Fingerspitzengefühl. Wer zu scharf rangeht, macht zwar weniger Umsatz, kann das aber einfacher korrigieren. Zwischen den beiden Preisgrenzen arbeiten die Werkzeuge dann selbstständig.

Preis- und Mitbewerber-Detektiv

Das Repricing-Tool arbeitet wie ein Crawler einer Suchmaschine und durchsucht der Datenbestand des Marktplatzes. Als Nutzer behalten Sie dabei die Kontrolle und legen über Listen, Schlagwörter und Artikelnummern fest, welche Angebote beobachtet werden sollen.
Logicsale bietet einen Kalkulator, um den Nutzen des Repricers vorab zu ermitteln
© Screenshot vom Autor
Logicsale bietet einen Kalkulator, um den Nutzen des Repricers vorab zu ermitteln
Wer viele Produkte beobachten oder anpassen will, sollte auf einen möglichst komfortablen Import der eigenen Produktdaten achten. Die Analyse des Angebots findet häufig auch Mitbewerber, die dem Händler bisher nicht bekannt waren.

Nützlich ist darüber hinaus, wenn bestimmte Händler oder Regionen von der Suche ausgenommen werden können. Werden im Ausland bestimmte Artikel zu Dumping-Preisen angeboten, ist das ein Wettrennen, das eher nicht gesund ist. Dann hilft es, genau diese Anbieter auszunehmen oder auch Händler mit besonders schlechten Bewertungen.

Anbieter von Repricing

Im deutschsprachigen Raum bieten einige Hersteller ihre Lösungen für das Repricing bei eBay an. Die Werkzeuge unterscheiden sich indes nicht einfach nur durch ihren Preis. Als Händler nutzen Sie am besten die Option für einen Testlauf, sofern angeboten. Sie sollten aber wenigstens das ausführliche Gespräch mit einem Berater des Unternehmens suchen, um Detailfragen klären zu können, wie beispielsweise die Anbindung an ein Warenwirtschaftssystem. Zu den bekanntesten Lösungen zählen:


  • Bayprice.de: Lädt zu einem kostenlosen Test ein und bietet ein Preismodell an, das auf der Anzahl der bei Ebay eingestellten Artikel basiert.
  • beny-repricing.de: Auch hier können Sie kostenlos testen. Gezahlt wird eine monatliche Pauschale, die sich nach Anzahl der Artikel und der Vertriebskanäle (eBay, Amazon usw.) richtet.
  • Logicsale.de: Bietet auf seinen Seiten einen Nutzenkalkulator an, mit dem der Händler vorab berechnen kann, ob sich der Einsatz des Repricers lohnt. Abgerechnet wird über eine fixe Provision pro verkauftem Artikel.
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