Ordnung und Datenmanagement sind die Achillesfersen von Marktplätzen angesichts der schieren Fülle an Produkten. Mehr Struktur und Übersicht kann hier Künstliche Intelligenz (KI) schaffen. Das erhöht auch den Komfort für den Kunden. eBay vertraut gleich auf mehreren Feldern auf die Intelligenz aus der Kiste.

Schon seit einiger Zeit verlangt eBay von seinen Händlern unter anderem verstärkt die Eingabe eindeutiger Produktnummern. Strukturierte Daten sollen die Schatzkiste eBay besser durchsuchbar und erlebbarer machen. Sie werden unter anderem genutzt, um neue attraktive Einstiegsplätze für den Kunden zu kreieren. Dazu gehören Browse- und Product Pages. Sie sollen dem Nutzer Artikel zu bestimmten Themen oder Produktkategorien gesammelt anzeigen. Damit sollen die Kunden mehr Überblick über für sie relevante Angebote bekommen.

Dank strukturierter Daten im Artikelkatalog kann eBay solche Produktseiten anbieten.
© Screenshot von Stephan Lamprecht
Dank strukturierter Daten im Artikelkatalog kann eBay solche Produktseiten anbieten.

eBay macht sich künstliche Intelligenz und Machine Learning aber auch zu Nutze, um die Plattform mit Blick auf die Vorhersage von Nutzerbedürfnissen, die Lokalisierung von Angeboten und den Service weiter zu verbessern. Jenseits des Tagesgeschäfts und Kerngeschäfts kümmert sich zugleich in den USA ein Research Team namens „N“ um mögliche Lösungen für die Zukunft.

Anwendungsfelder für Machine Learning und Künstliche Intelligenz

In der Gegenwart angekommen ist Künstliche Intelligenz beispielsweise bereits bei der Suche. eBay nutzt maschinelle Übersetzungen, um Artikel auch Konsumenten in anderen Märkten in ihrer eigenen Sprache zugänglich zu machen. Schon 2014 hatte eBay die maschinelle Übersetzungstechnologie von AppTek übernommen, die auch über ein Büro in Aachen verfügen.


Wie bei anderen großen Anbietern auch, beruht die eigene Cleverness also auch auf Zukäufen. Zwei bemerkenswerte Investitionen waren beispielsweise Expertmaker, spezialisiert auf maschinelles Lernen und die Analyse großer Datenmengen, sowie Sales Predict, die Analytics nutzen, um das Verkaufsverhalten von Kunden und Verkaufszahlen vorherzusagen.

Entsprechend weit gediehen ist inzwischen der Einsatz von KI: Auch die Risikomodelle im Bereich Betrugsprävention basieren in großem Umfang auf Künstlicher Intelligenz. Eingesetzt wird die Intelligenz aus der Maschine auch beim „Best Match“. Der Algorithmus, der die beliebtesten Artikel herausfiltert, basiert auf KI-Technologien.

Noch nicht sonderlich intelligent, er wurde ja auch quasi gerade erst eingeschult, ist der Shopbot. Plaudern kann man mit der Betaversion des auf künstlicher Intelligenz basierenden persönlichen Shopping-Assistenten "ShopBot" im Facebook Messenger.

© eBay

Was der Chatbot kann: Nutzern in englischer Sprache bei der Suche nach einem passenden Produkt helfen. Systeme wie der Shopbot könnten die klassische Suche eines Tages ablösen, weil der Kunde im direkten Dialog mit einer künstlichen Intelligenz nach dem passenden Artikel sucht – und dank seiner digitalen Schlauheit vielleicht besser als der Kunde weiß, was und wonach dieser eigentlich sucht.


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