Die Tengelmann-Tochter Tedi wächst rasant und will die Zahl ihrer Filialen verdoppeln. Bei allen Discountern ist ein Strategiewechsel auszumachen, stellen Experten fest.

Tedi gewinnt weiter an Größe. Die zum Tengelmann-Konzern gehörende 1-Euro-Kette für Dekoration, Schreib- und Spielwaren eröffnet derzeit bundesweit an jedem zweiten Werktag eine neue Filiale, berichtet die "Neue Osnabrücker Zeitung" in ihrer heutigen Montagsausgabe.

Mittelfristig soll sich die Zahl von derzeit 1.000 Zweigstellen mit aktuell 6.000 Beschäftigten auf 2.000 verdoppeln, schreibt die Zeitung unter Berufung auf Tedi-Sprecher Tobias Mrowitzki.

Die Tengelmann-Gruppe ist bereits mit ihren Ketten Kik und Woolworth im Handel mit Billigtextilien aktiv. Anfang Mai hatte der Handelskonzern über die HH Holding das insolvente Warenhaus Woolworth übernommen und einen Ausbau der Filialen angekündigt. 

Billigketten gehen in die Innenstädte

Experten sehen einen Wandel des Segments: Zunehmend suchen die Ketten gefragtere Lagen in den Innenstädten. "Mittlerweile beobachten wir einen deutlich gesteigerten Professionalisierungsgrad mit festen Konzepten und einer klar definierten Strategie", sagte Olaf Roik vom Handelsverband Deutschland (HDE) dem Blatt.

Auch das Sortiment besteht immer seltener aus Sonder- und Restposten. Stattdessen wird im großen Stil bei spezialisierten Billigwaren-Herstellern in Asien eingekauft.


Der Braunschweiger Marketing-Professor Wolfgang Fritz sieht einen Wandel des Segments. Zunehmend suchten die Ketten gefragtere Lagen in den Innenstädten.
Fritz schätzt, dass die hierzulande 2.000 bis 2.500 Ein-Euro-Läden auf zusammen rund 2,5 Milliarden Euro Umsatz kommen. Beschäftigt würden 8.000 bis 10.000 Mitarbeiter, viele davon in Teilzeit.