Ländliche Regionen haben zunehmend Versorgungsprobleme. Tegut hat dafür ein Konzept mit kleinen Lebensmittelläden entwickelt, das sich offenbar auszahlt.

Die Wiederkehr eines Tante-Emma-Ladens ist unter anderem in Witzenhausen-Gertenbach zu besichtigen. Hier gibt es das "Lädchen für alles". 93 Quadratmeter, gut 1.500 Produkte. Alles, was im Dorf benötigt wird, vor allem von älteren Leuten. Außerdem wird noch ein Bringdienst angeboten - und für die örtliche Volksbank fungiert das Geschäft als Geldautomat. Pro Kunde können maximal 200 Euro ausgezahlt werden.

Witzenhausen-Gertenbach liegt im Werra-Meißner-Kreis, einer strukturschwachen Region in Nordosthessen. Der Kreis in Nachbarschaft zu Thüringen wird bis zum Jahr 2025 etwa 18 Prozent seiner Bevölkerung verlieren, wie das Statistische Landesamt ermittelt hat. 88.500 Einwohner sollen dann auf einer Fläche leben, die rund ein Drittel größer ist als Berlin.

Interesse auch aus dem Ausland

Die Versorgung wird in solchen Regionen immer schwieriger. Der Lebensmittelhändler Tegut will in hier Impulse setzen - mit Tante Emma-Läden. Das "Lädchen für alles" in Witzenhausen-Gertenbach gehört zu dem Konzept. "Wir verzeichnen große Nachfrage in Deutschland. Auch aus dem benachbarten Ausland wird viel Interesse bekundet", sagte Bereichsleiter Knut John der Nachrichtenagentur dpa.

Das Lädchen in Witzenhausen war 2011 eines der ersten seiner Art - 24 weitere folgten seitdem. Für dieses Jahr stehen die Eröffnungen drei solcher Geschäfte auf dem Plan von Tegut. Auch in den Folgejahren wolle der Lebensmittelhändler aus Fulda Dorfläden eröffnen, betont John.