Unternehmen der Telekommunikationsbranche wurden im vergangenen Jahr als Stars des Informationszeitalters gefeiert. Inzwischen konzentrieren sich die Diskussionen auf sinkende Profite und purzelnde Aktienkurse. Forrester Research nennt mögliche Gründe für den tiefen Fall der TK-Konzerne.

Unternehmen der Telekommunikationsbranche wurden im vergangenen Jahr als Stars des Informationszeitalters gefeiert. Davon ist heute nicht mehr viel zu spüren. Vielmehr konzentrieren sich die Diskussionen auf sinkende Profite und purzelnde Aktienkurse. Die Gründe hierfür sind fehlende Innovationen, überholte Netztechnologien und nicht wahrgenommene Vertriebsmöglichkeiten. So lautet das Ergebnis einer jüngst veröffentlichten Studie von Forrester Research mit dem Titel "The Rebirth Of European Telecoms". Europäische Telekommunikationsgesellschaften werden laut dieser Studie nur dann innovativer und können neue Geschäftsfelder nutzen, wenn sie die Wertschöpfungsketten der Konzerne neu definieren.

"Nur die Reorganisation der Unternehmen von einer vertikalen zu einer horizontalen Struktur mit mehreren eigenständigen Bereichen erleichtert die Innovation, kommt Kundenwünschen entgegen, erschließt neue Märkte und beschleunigt die internen Prozesse," erläutert Lars Godell, Analyst bei Forrester Research.

Laut Forrester sollte im Rahmen einer Neuordnung ein bereichsbasiertes Unternehmensmodell eingeführt werden, das folgende Bereiche beinhaltet:

- Netztechnologien zur Weiterentwicklung von Festnetz, Mobilfunk und Internet
- Innovationen-Bereich für Messaging, VPN und Hosting
- Bereich Handel für die Zielgruppen Privathaushalte, Mittelständler und Unternehmen

Die Einteilung der Unternehmen in diese drei eigenständigen Bereiche erwartet Forrester für 2005.

Eine horizontale Struktur ist nach Ansicht der Forrester-Analysten gerade aus technologischer Sicht sinnvoll, da der zuständige Bereich für die Netztechnologie den Grundstein für integrierte Endbenutzerlösungen legt, die von innovativen Unternehmen und vom Handel entwickelt und angeboten werden. Forrester rechnet damit, dass sich die Umstellung von einem vertikalen, vollständig integrierten Unternehmensmodell zu einem horizontal strukturierten Konzern mit mehreren Bereichen in drei Phasen vollzieht. "Die skandinavischen Unternehmen werden auch in diesem Fall anderen europäischen Konzernen voraus sein und das Modell mehrerer Bereiche als erste vollständig umsetzen", ist Lars Godell überzeugt. (ST)


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