Edeka und Tengelmann wollen die Fusion. Tengelmann-Chef Karl-Erivan Haub versucht, mit drastischen Aussagen die Dringlichkeit des Zusammenschlusses zu betonen.

Es passiert selten, dass sich bei einer angestrebten Übernahme beide Unternehmen einig sind - Edeka und Kaiser's Tengelmann hingegen wünschen sich beide die Fusion herbei. Nachdem bereits Edeka-Chef Markus Mosa bei einer gelungenen Übernahme die Schaffung neuer Arbeitsplätze versprochen hat, warnt nun Tengelmann-Boss Karl-Erivan Haub vor einer Zerschlagung seines Unternehmens, sollte der Zusammenschluss scheitern.

Das könnte 8.500 Menschen ihre Arbeitsplätze kosten- ohne Not, sagte Haub bei der Bilanzvorlage in Mülheim. Nachdem die Pläne von Edeka zur Übernahme der Märkte im April vom Bundeskartellamt untersagt worden waren, hatte das Unternehmen einen Antrag auf eine sogenannte Ministererlaubnis gestellt. Mit einer Entscheidung in dem noch offenen Verfahren werde im August oder September gerechnet, sagte Haub. Mit einer solchen Genehmigung des Wirtschaftsministers könnte das Veto der Wettbewerbshüter ausgehebelt werden.

Ein Beschreiten des weiteren Rechtswegs schloss der Tengelmann-Chef im Fall einer Niederlage aus. "Ich glaube nicht, dass wir einen dreijährigen Rechtsprozess durchhalten können", sagte er. Der Tengelmann-Chef bezifferte die in den vergangenen 15 Jahren durch die Supermarktkette aufgelaufenen Verluste bei dem Familienunternehmen auf mehr als 500 Millionen Euro. (dpa)