Nicht nur der herkömmliche Informationsfluss wie der Brief- und Paketverkehr kam zum Erliegen. Auch der virtuelle Datenaustausch ist von den jüngsten Ereignissen in den USA betroffen.

Nach den verheerenden Terroranschlägen in den USA hat die Deutsche Post World Net ein umfangreiches Krisenmanagement in die Wege geleitet. Briefe und Pakete in die USA werden weiterhin angenommen und beim Internationalen Postzentrum in Frankfurt bearbeitet, sie können allerdings derzeit noch nicht befördert werden. Sobald es zu einer Wiederaufnahme des Flugverkehrs mit den USA kommt, will die Deutsche Post innerhalb weniger Stunden die bis dahin aufgelaufenen Sendungen auf den Weg bringen. Ebenso soll die Importbearbeitung von Briefen und Paketen aus den USA sofort nach Ankunft der ersten Flugzeuge erfolgen.

Von den derzeitigen Beschränkungen des Luftverkehrs betroffen sind auch Importe und Exporte von Danzas und DHL sowie die Transporte innerhalb der USA. Dort versuchen die Unternehmen soweit wie möglich auf Landtransporte auszuweichen. DHL USA konnte gestern die Auslieferung im Bodenverkehr in 263 von 285 Bezirken der USA aufrecht erhalten. Für den Umschlag der grenzüberschreitenden Express-Sendungen, der normalerweise über Umschlagplätze in den USA läuft, hat DHL International Ersatzflughäfen in Caracas und Kanada genutzt. Luftfracht von Danzas Intercontinental, die nach Kanada umgeleitet wurde, wird - soweit möglich - über LKW in die USA geliefert.

Doch nicht nur der herkömmliche Informationsfluss wie der Brief- und Paketverkehr kommt in solchen Krisenmomenten zum Erliegen. Auch der virtuelle Datenaustausch ist betroffen, wie die von Keynote Systems ermittelten Zugriffzeiten auf News-Sites zeigen. Der Anbieter für Internet Performance Management-Lösungen ermittelte, dass nach dem Terrorangriff auf die USA im World Wide Web fast gar nichts mehr ging. Die acht Internet-Seiten der populärsten deutschen Medien waren zwischen 16.30 Uhr und 18 Uhr ganz abgemeldet.

Informationssuchende mussten sich in Geduld üben: So nahm beispielsweise der Zugriff auf die Website diewelt.de im Zeitraum zwischen 14 und 18 Uhr durchschnittlich 13,04 Sekunden in Anspruch, die Verfügbarkeit von focus.de sackte im gleichen Zeitraum auf 61,42% ab.

Fokussiert man die durchschnittlichen Messergebnisse auf die maximalen Werte nach 16 Uhr, dann sieht das Bild noch dramatischer aus: Der Zugriff auf die Online-Ausgabe der Welt dauerte 53,91 Sekunden. Die Performance der ZDF-Homepage lag zu diesem Zeitpunkt bei 40,73 Sekunden - ab 16.30 Uhr war die Website überhaupt nicht mehr verfügbar. Ähnlich erging es den Nutzern von focus.de: 30,70 Sekunden nahm der Seitenaufbau am Nachmittag in Anspruch, die Verfügbarkeit sackte eine halbe Stunde später auf 14,89% ab, die Internet-Seite war damit kaum zu erreichen. Die Verschlechterung der Internet-Performance traf auch Websites aus anderen Bereichen. (ST)


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