Im Vorfeld der Frankfurter Buchmesse hagelt es schlechte Nachrichten aus der Branche: Das Schicksal von Weltbild ist mal wieder offen und Thalia schließt 20 Buchhandlungen.

Während der Betriebsratsvorsitzende von Weltbild die deutschen Bischöfe in einem offenen Brief dringlich bittet, "das Schicksal vieler Hunderter Menschen mit ihren Angehörigen in eine positive Richtung zu führen", verkündet die zur Douglas Holding gehörende Buchhandelskette Thalia im Rahmen ihrer Neuausrichtung insgesamt rund 20 Filialen zu schließen.

Das teilte Thalia-Chef Michael Busch am Mittwoch in Hagen mit. Einige der Geschäfte hätten bereits den Betrieb eingestellt, weitere würden in den nächsten Monaten noch folgen, sagte der Manager.

Es handele sich um Buchhandlungen, bei denen die Umsätze stark rückläufig gewesen seien oder die Verkaufsflächen langfristig nicht mehr rentabel zu betreiben gewesen seien. Doch sei damit eines der schwierigsten Kapitel der Neuausrichtung abgeschlossen, betonte Busch. Thalia hat derzeit knapp 300 Filialen.

"Neuausrichtung auf einem guten Weg"

Die zum Hagener Handelskonzern gehörende Buchhandelskette war durch den Siegeszug mächtiger Online-Konkurrenten wie Amazon in Turbulenzen geraten und hatte dem Mutterkonzern hohe Verluste beschert. Seit Anfang 2012 bemüht sich das Unternehmen deshalb um eine Neuausrichtung. Thalia habe inzwischen "das größte Stück eines steinigen Weges" hinter sich gebracht und sei auf einem guten Weg, wieder nachhaltig Wachstum zu generieren, sagte Busch.

Dazu beitragen soll der Ausbau des E-Commerce-Geschäfts, wo Thalia zusammen mit den Konkurrenten Weltbild, Hugendubel und Club Bertelsmann sowie der Deutschen Telekom mit dem e-Reader Tolino Shine ein Konkurrenzprodukt zu Amazons Kindle auf den Markt gebracht hat.

Die Umsätze mit eBooks seien seit Oktober 2012 im dreistelligen Bereich gestiegen, sagte Busch. Der Onlinekanal verzeichne ein zweistelliges Wachstum. Gleichzeitig forciert das Unternehmen die Einführung neuer Sortimente wie Spielwaren, Musik-CDs und DVDs in seinen Filialen.

"Wir verfolgen im Bereich Sortimente und Formate eine Strategie, die uns erlaubt, auf Trends flexibel zu reagieren, sie aufzugreifen und uns auch wieder davon zu verabschieden, wenn sie auslaufen", sagte der Manager. Doch werde das Buch bei Thalia immer im Zentrum stehen.

dpa, DH