Jede Woche stoßen wir auf spannende Beiträge jenseits des hektischen Tagesgeschäfts. Analysen, Visionen, Denkanstöße, die auch über den Tellerrand hinausgehen. Diese Beiträge stellen wir Ihnen jeden Freitag vor. Als Anregung für die Wochenend-Lektüre.

Größenwahnsinnig oder genial?

Wunderkind, Garagen-Unternehmer, deutscher Bill Gates. Marco Börries, der einst mit 2000 Mark Konfirmationsgeld "Star Division" und "Star Finanz" baute, seine Office-Software später für etliche Millionen verkaufte, wird immer von reichlich Superlativen begleitet. Nun will Börries, Jahrgang 68, mit "enfore!", das einst "Number Four" hieß, eine eierlegende Wollmilchsau aus Hardware und Software für den Handel liefern. 200 Millionen Kleinunternehmen will er zu einer neuen Digitalmacht vereinen. "Ist das größenwahnsinnig oder genial?" fragt sich das "Manager Magazin".

Enttäuschte Liebe

Der Rewe-Lieferservice war einst fulminant gestartet. Das Angebot hatte sogar das Zeug zu einer Art "Love Brand" zu werden, wenn nicht gar Amazon Fresh die Stirn zu bieten.  Doch mit dem Abgang von Rewe-Chef Alain Caparros und nun auch Digital-Chef Jean-Jacques van Oosten spürt man den "Braindrain" bei dem E-Food-Angebot. Da schimmelt nämlich so einiges in der Entwicklung vor sich hin und Rewe ist auf dem besten Weg bei der Kundenwerbung für seinen Online-Shop in der "Praktiker-Falle" zu landen ("20 Prozent auf alles außer Getränkekisten"). Die Misere, die eigentlich ein Elend ist, weil Rewe seinen Startvorteil vergeigt, beschreibt der Supermarkt-Blog. Was dort leider nicht steht: Dass digitale Entwicklung immer auch maßgeblich eine Sache der Kultur ist. Und die wird von den führenden Köpfen geprägt. Wenn sich aber abzeichnet, dass diese gehen - viele Unternehmen kennen das - stockt der ganze Laden. Dann ist erst einmal für lange Zeit die wichtigste Kennziffer CYA - cover your ass - und die hohe Zeit des Chief Objections Officers.

Futter für das Gehirn

Allein schon für das Wort "Synapsenbrand" möchte man die Damen und Herren bei Konversionskraft knuddeln. Die haben zudem mit dem growthmarketingSUMMIT in Frankfurt eine ziemlich beeindruckende Fachkonferenz auf die Beine gestellt. Die Druckbetankung rund um Transformation und digitales Marketing kann man mit einer Zusammenfassung nachholen. Bester Satz: "Warum scheitern so viele Unternehmen bei der strategischen Optimierung? Um es auf einen Punkt zu konzentrieren: es liegt an den Menschen."

Augenfutter

Ikea und Westwing zeigen gerade mit neuen Apps, wie man das eigene Zuhause bequem mit Augmented Reality einrichten kann. Ist das die Zukunft? Vielleicht. Wenn man wissen will, wie der Status Quo heute aussieht und welche Player künftig das sagen haben, sollten man den sehr ausführlichen Beitrag von Luca Caracciolo zu AR und VR bei t3n lesen. Dass der Text eine Bleiwüste ist, werten wir bei dem Thema mal als bewusstes Stilmittel. Wir hätten da trotzdem ein spassiges Video für Sie.

Ikea VR-App in der U-Bahn