Die deutsche Buchhändler-Allianz hat mit ihrem E-Book-Reader Tolino eine starke Alternative zu Amazon geschaffen. Nun wird der internationale Markt angegangen.

Zweieinhalb Jahre nach dem Start von Tolino will Deutschlands Buchhändler-Allianz mit ihrem E-Book-Reader europaweit expandieren. Nach der Einführung in den Niederlanden im September sei Tolino inzwischen in sechs europäischen Ländern vertreten, sagte der Chef der Thalia-Gruppe, Michael Busch, am Mittwoch auf der Frankfurter Buchmesse der Deutschen Presse-Agentur.

Die Tolino-Allianz, zu der die größten deutschen Buchhändler gehören, war 2013 im Kampf gegen den US-Onlinehändler Amazon gegründet worden. Inzwischen habe Tolino laut GfK in Deutschland mit einem Marktanteil von 45 Prozent, gemessen an der Zahl der heruntergeladenen Bücher, Amazons Lesegerät Kindle (knapp 40 Prozent) überrundet. "Es hat uns selbst überrascht, dass wir das so schnell geschafft haben", sagte Busch. In keinem anderen Land der Welt hätten sich miteinander konkurrierende Buchhändler gegen Amazon zusammengeschlossen.

Die Chefin der Hugendubel-Gruppe, Nina Hugendubel, erwartet weiterhin deutliches Wachstum beim E-Book. "Wir gehen davon aus, dass es einen Anteil von etwa 15 Prozent erreichen kann." Wichtig sei für die Buchhändler, dass sie über ihre Filialen beim gedruckten Buch und übers Internet beim digitalen Buch vertreten seien. Die Tolino-Allianz, die mit der Deutschen Telekom kooperiert, stellte auf der Messe zwei neue Geräte vor.