Nach den Vorwürfen von Tierschützern über verbotene Materialien in Strickmützen, haben Müller und Tom Tailor reagiert. Beide Händler untersuchen zudem den Fall.

Die Drogeriemarktkette Müller und die Modefirma Tom Tailor haben Strickmützen aus dem Sortiment genommen, in denen angeblich Katzenfell verarbeitet worden sein soll. Das teilten die Unternehmen am Mittwoch in Ulm und Hamburg mit.

Hintergrund seien Untersuchungen der Tierschutzorganisation Animals' Liberty. Die Kunstpelzbommel der Mützen seien nachweislich aus Katzenfell aus China gefertigt worden, hatten die Tierschützer erklärt. Die Unternehmen verstießen deswegen gegen das EU-weite Importverbot für Haustierfelle.

Müller ermittelt

In einer Mitteilung schreibt Müller, dass das Unternehmen besagte Strickmützen nicht in China direkt bestelle, sondern bei einem deutschen Textillieferanten geordert habe, mit dem seit Jahren eine vertrauensvolle Geschäftsbeziehung bestehe. "Müller ist selbstverständlich bekannt, dass es seit dem 1.1.2009 ein EU-weites Import-Verbot für Haustier-Felle und damit den Verkauf gibt. Es wurde deshalb ein unabhängiges Institut beauftragt, diese Mützen zu untersuchen. Aufgrund labortechnischer Vorgänge liegen dazu die Ergebnisse erst in einigen Tagen vor. Das Unternehmen wird nach Vorlage der Ergebnisse die Öffentlichkeit zeitnah informieren."

Sollte sich herausstellen, dass der Lieferant Müller vorsätzlichgetäuscht und fahrlässig gehandelt hat, indem er Mützen in einer Zusammenstellung lieferte, die nicht der Bestellung entspricht, werde der Drogeriehändler entsprechende Schritte gegen den Anbieter einleiten, heißt es weiter.

Bei Tom Tailor bekommen die Kunden ihr Geld zurück

Tom Tailor wiederum versichert per Mitteilung, dass das Unternehmen am 19. Dezember 2013 von den besagten Mützen Kenntnis erlangt und den betreffenden Artikel noch am selben Tag aus dem Sortiment genommen habe. Kunden, die den Artikel erworben haben, können ihn in jedem Laden der Textilkette gegen Erstattung des Kaufpreises zurückgeben.

Auch Tom Tailor untersucht jetzt den Sachverhalt und will sich danach äußern. "Darüber hinaus prüfen wir derzeit die Lieferkette für dieses Produkt. Wir möchten nochmals betonen, dass wir alles tun werden, um die konsequente Einhaltung rechtlicher Vorschriften und interner Richtlinien zu gewährleisten. Dies gilt insbesondere für das Verbot der Verarbeitung und Einfuhr von Haustierfellen", schreibt das Unternehmen.