Mit einem Online-Shop können stationäre Händler einen Kundenschwund aufhalten. Und mit cleveren Tools für die Automatisierung hält sich der Aufwand für den Digital Commerce auch in Grenzen.

Eine ansprechende Homepage, die in Suchmaschinen eine gute Platzierung erreicht, ist für stationäre Händler ein absolutes Muss. Und, wie etwa die Projekte von eBay in der Vergangenheit gezeigt haben, kann ein Online-Shop signifikant zum Umsatz beitragen. Der Einstieg in den Digital Commerce wird aber nicht selten unterschätzt. Der Wettbewerb ist hart. Und ein Kunde, der schlechte Erfahrungen mit einem Shop gesammelt hat, kommt auch nicht wieder. Darin unterscheidet sich das Digitale nicht vom Realen. Mit Automatisierung haben Händler Zeit für die Kunden im Laden, verkaufen aber auch online effizient.

Warenverfügbarkeit steuern

Ohne eine Verbindung zwischen der Warenwirtschaft und dem Online-Shop wird es im digitalen Handel meist unangenehm. Denn der Kunde, der einen Artikel in den Warenkorb legen will, erwartet heute, dass er sein Produkt möglichst rasch erhält. Ärgerlich, wenn das favorisierte Stück just von einem Kunden im Laden weggekauft wird. Anbieter, die ihren Kunden mitteilen, dass es mit der online bestellten Ware nun doch erst einmal nichts wird, können den Auftrag eigentlich sofort ausbuchen. Eine Schnittstelle zwischen aktuellen Lagerbestand und Shop ist pure Notwendigkeit.

So eine Verbindung kostet immer Zeit und Aufwand. Hier zu automatisieren, ist sowohl für den Kunden als auch den Händler selbst vorteilhaft. Der Kunde bestellt nur Waren, die auch lieferbar sind. Und der Händler spart sich Mühe, die Daten zwischen zwei Systemen zu aktualisieren.

Eine bereits vorhandene Warenwirtschaft schränkt die Auswahl der Shopsysteme naturgemäß ein. Wer aber die Freiheit besitzt, die Bestandsverwaltung zu wechseln, kann am Markt aus einer ganzen Reihe von Lösungen wählen, die die Automatisierung schon gleich eingebaut haben.

Für kleinere Händler und vor allen Dingen auch gerade für Gründer interessant, sind Kassensysteme, die auch gleich einen Shop mitbringen. Mit nur einer Lösung stehen damit eine steuerrechtlich unbedenkliche Kasse, eine Warenwirtschaft und ein Online-Shop zur Verfügung. Mit dem großen Vorteil, dass hier auf die gleichen Daten zugegriffen wird. Inventorum bietet etwa ein Kassensystem, das im Kern auf einem iPad basiert. Es kann mit Kassenlade, Bondrucker und Kartenleser ausgebaut werden. Zugleich werden Artikel mit der cloudbasierten Warenwirtschaft verwaltet und mit wenigen Mausklicks steht ein Shop online.

Inventorum iPad Kassensystem


Flour.io ist dagegen eine cloudbasierte Kasse, die über automatisierte Schnittstellen zu einer ganzen Reihe von Shopsystemen verfügt. Darunter auch eine Reihe von Mietshops, die sich schnell einrichten lassen. Auch e-vendo vereint eine ganze Reihe von Bausteinen in einem System. Warenwirtschaft und Online-Shop sind miteinander vereint und dank Schnittstellen zu Marktplätzen (Amazon und eBay) ist der Ansatz flexibel genug, um auch Wachstum zu ermöglichen.

e-vendo erklärt


Das gilt im Kern auch für versacommerce, einem cloudbasierten Mietshop mit integrierter Warenwirtschaft.

Bestellabwicklung optimieren

Die Bearbeitung der eingegangenen Bestellungen und auch Retouren erfordert einiges an Arbeit. Erfolgreiche Gründer berichten regelmäßig davon, dass sie in den Anfangstagen des Geschäfts fast rund um die Uhr Pakete ein- und auspackten, Kundenmails beantworteten und sich um den Nachschub der Ware kümmerten. An dieser Stelle lässt sich enorm viel Zeit und Aufwand sparen. Eine Möglichkeit dazu, die auch für kleinere Händler in Frage kommt, ist Fulfillment by Amazon (FBA). Hier kümmert sich Amazon aktiv um den Versand. Dazu ist es indes notwendig, auch Waren dort einzulagern. Und selbstverständlich gibt es den Komfort nicht gratis. Hier sollte schon genau kalkuliert werden, ob sich FBA rechnet und noch ein Profit übrig bleibt.

Marketing automatisieren

E-Mails sind und bleiben eine kostengünstige Möglichkeit, aktiv und regelmäßig mit den Kunden oder Interessenten zu kommunizieren. Und in diesem Bereich kann viel automatisiert werden. Dies beginnt beispielsweise mit dem automatischen Versand einer E-Mail an einen registrierten Kunden, der es sich im letzten Moment anders überlegt hat und einen Warenkorb abgebrochen hat.

Solche "getriggerten" Nachrichten lassen sich etwa mit Kryd aus Deutschland oder dem in den USA recht beliebten System Granify umsetzen. Dank Assistenten und übersichtlicher Dialoge ist die Einrichtung auch für Einsteiger möglich. Damit steht auch kleineren Händlern ein Instrument offen, das für Amazon zum Marketing-Alltag gehört.
Mit dem passenden Werkzeug (am Beispiel Kryd) können viele Aufgaben im E-Mail-Marketing automatisiert werden.
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Mit dem passenden Werkzeug (am Beispiel Kryd) können viele Aufgaben im E-Mail-Marketing automatisiert werden.

Auch die An- und Abmeldung zu Newslettern macht Arbeit und sollte auch aus juristischen Gründen möglichst automatisiert ablaufen. Mit einem so genannten Auto-Responder erhalten Kunden bereits nach der Eingabe einer gültigen Adresse ein vorher zusammengestelltes Informationspaket per elektronischer Post. Bekannte und bewährte Lösungen sind hier etwa Clever Reach oder Mailchimp.

Mit der Wahl der richtigen Werkzeuge wird der Digital Commerce für kleinere Händler zwar nicht zum Selbstgänger, verursacht aber deutlich weniger Aufwand als vielleicht vorher gedacht.


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