Auf einen Umsatz von 18,5 Mrd. Euro taxiert das EHI die Top 100 E-Commerce-Händler in Deutschland für 2012. Das entspräche einem Wachstum von 12,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Betrachtung der 1.000 umsatzstärksten Onlineshops zeigt sogar ein noch stärkeres Wachstum.

Größter Gewinner ist Zalando. 2012 noch auf Platz 20, schaffte es der Mode-Händler jetzt auf Rang 4. Amazon auf Platz 1 der Studie sieht das EHI bei 4,8 Mrd. Euro.  Amazon selbst hatte seinen Umsatz für 2012 in Deutschland mit 6,8 Milliarden Euro berechnet. Nanu?
Die Gründe für die Diskrepanz könnte man in der Methodik finden. Die Angaben der Studie beruhen auf einer Händler-Befragung (EHI) und Statista-Hochrechnungen auf Basis einer Regressionsanalyse sowie Unternehmensangaben. Dabei konzentiert sich die Untersuchung auf B2C-Onlineshops für physische und digitale Güter und schaut auf den Nettoumsatz des jeweiligen Onlineshop, bereinigt von Retouren, exkl. Umsatzsteuer und summiert nur Einnahmen aus der reinen Geschäftstätigkeit des Onlineshops. Also ohne sonstige betriebliche Erträge des Unternehmens.

Amazon, dass seine Einnahmen in Deutschland nicht weiter aufschlüsselt, verdient aber auch mit Hardware, Werbung und Cloud-Diensten. Unklar ist auch, wie hoch die Provisionseinnahmen durch die Markplatz-Händler sind. Amazon ist zudem mit einigen weiteren Shops wie javari.de, de.buyvip.com im Markt vertreten.

Otto.de, das Flagship der Otto Group im E-Commerce, generierte laut EHI 1,7 Mrd. Euro. Einige weitere zum Konzern gehörige bekannte Shops wie bonprix.de oder baur.de rangieren unter den Top 100. An dritter Stelle folgt notebooksbilliger.de mit einem Umsatz von 485 Mio. Euro. Zalando (Platz 4) sieht das EHI bei 411 Millionen Euro Umsatz. Weltbild ist Nummer 5 mit 388 Mio Euro. Bitte beachten: Nach eigenen Angaben machte Otto im Geschäftsjahr 2012/13 2,13 Mrd. Euro. Das ist der Netto-Umsatz mit allem drum und dran - also auch dem Kataloggeschäft.

Auf den Plätzen 6-10: Conrad (372 Mio), Tchibo (360 Mio), bonprix (357 Mio), Cyberport (341 Mio), Esprit (327 Mio). 
Auf den weiteren Plätzen der Top 20: Alternate, H&M, C&A, Apple, Musikhaus Thomann, Baur, myToys, Apple (iTunes) QVC, brands4friends.

Eine Grafik mit den Top 20 finden Sie bei "Der Handel".

Der Umsatz der 100 größten Onlineshops in Österreich umfasste 1,8 Mrd. Euro, was einer Wachstumsrate von 20 Prozent entspricht – im Vorjahr lag die Summe bei 1,5 Mrd. Euro. Auch in Österreich führt ein Amazon-Shop, amazon.at, das Ranking an. Der Shop generiert rund 318 Mio. Euro. Auf ihn folgt universal.at, der fast 93 Mio. Euro Umsatz macht. Ottoversand.at rangiert mit 63 Mio. Euro an dritter Stelle.

In der Schweiz generierten die Top 100 Onlineshops 3,3 Mrd. Euro und trugen so zu einer Steigerung von 26,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (2,6 Mrd. Euro) bei. Digitec.ch steht mit 422 Mio. Euro Umsatz an erster Stelle der Liste und wird gefolgt von amazon.de, die in der Schweiz 222 Mio. Euro generieren. Die dritte Stelle nimmt hier nespresso.com/ch mit 219 Mio. Euro, gefolgt von zalando.ch (133 Mio. Euro), ein.

Die kostenpflichtige Studie "E-Commerce-Markt  Deutschland 2013" von EHI und Statista erscheint am 8. Oktober 2013.