Liebe Verkäufer bei Zalando, es ist nicht meine Schuld, dass ich in letzter Zeit so selten bei euch einkaufe. Ich bekomme schlichtweg eure Newsletter seltener zu Gesicht. Ihr könnt gerne Google dafür verantwortlich machen. Aber wahrscheinlich tröstet es euch nicht, dass ihr mit dem Problem nicht alleine seid. Dem Problem nämlich, dass die Öffnungsraten der Mailings seit der Umstellung von Gmail rapide zusammensacken.

Groupon beispielsweise hat jüngst gemeckert, die Öffnungsraten seien im zweistelligen Prozentbereich zurückgegangen. Das tut dem Umsatz weh.  Das ist kein Einzelfall.

Die Ursache ist leicht erkannt: Google hat dem digitalen Postfach seiner Nutzer auch hierzulande im Herbst eine neue Optrik verpasst. Mit der Umstellung wurden Nachrichten automatisch in verschiedenen Schubladen aka Tabs sortiert. Ein normales Postfach für persönlichen E-Mails, ein Postfach für Zeug aus den sozialen Netzwerken und ein weiteres beispielsweise für Werbung. In letzterem landet jetzt all meine Post von Airbnb, Zalando, Lodenfrey, Amazon, etc. Das ist natürlich doof, weil mir gerade jetzt all die Weihnachtsschnäppchen entgehen. Denn ehrlich gesagt, vergesse ich immer, da rein zu gucken.

Was tut man als Händler dagegen?

Zalando hat beispielsweise in der Startphase der neuen Gmail-Optik eine "Verschieb mich ins Haupt-Postfach“-Mail an die Kunden verschickt. Auch Otto verschickte eine Schritt für Schritt-Anleitung. Doch, sorry Jungs, ich habs vergessen. Also sollte man vielleicht eine solche Anleitung gerade jetzt wiederholen, um all jene zu erreichen, die gerade mal wieder vor Weihnachten im Werbepostfach nach Rabatten suchen. Übrigens. Das sollte man gerade auch bei neuen Gmail-Abos machen.
Clever: Zalando informiert seine Kunden über die neue Sortierung Ihres Gmail Posteingangs. Liefert also Nutzwert und schickt gleich noch ein paar Angebote mit
Clever: Zalando informiert seine Kunden über die neue Sortierung Ihres Gmail Posteingangs. Liefert also Nutzwert und schickt gleich noch ein paar Angebote mit

Was kann man sonst noch tun, außer supertolle Werbemails zu formulieren und zu gestalten, auf das die Kunden händeringend und erwartungsvoll jeden Tag in ihr Werbepostfach schauen, wenn sie den Umzug ins Standard-Postfach nicht vollziehen wollen?

Ehrlich gesagt, ist genau dies aber der Königsweg: Noch relevantere und ansprechendere Newsletter kreiieren, die den Kunden motivieren, regelmäßig in sein Werbe-Postfach zu schauen oder ihn geradezu anregen, der Post aus dem Unternehmen eine höhere Priorität einzuräumen.

Andere Optionen:

Nummerieren Sie ihre Newsletter durch. Womöglich wird sich der Kunde wundern, wo denn ihre früheren Mailings geblieben sind, wenn er erst "Nummer 17" wieder wahrnimmt und dann sein Verhalten danach ausrichten. 

Kommunizieren Sie über andere Kanäle, dass gerade wieder ein spannender Newsletter mit besonderen Angeboten auf dem Weg zum Kunden ist. Das steigert auch insgesamt das Interesse am Newsletter. 

Optimieren Sie ihre mobilen Newsletter. Je nach Nutzungssituation und Endgerät hat es da nämlich bei Gmail keine Tabs. Außerdem lesen sowieso immer mehr Menschen Mails mobil.

Trösten Sie sich: Kunden, die in den Werbe-Ordner schauen, sind womöglich gerade eher in Entdecker- und Shopping-Laune als jene, bei denen das Mailing im Hauptordner gerade so durchrauscht.