Der japanische Automobil-Hersteller Toyota rollt sein Antriebskonzept nun auf die Kompaktklasse aus. Der Auris setzt damit Bestmarken bei Verbrauch und CO-2-Ausstoß.

2,7 Millionen Hybrid-Modelle hat Toyota weltweit schon verkauft, doch hierzulande kam das Vorzeigemodell Prius nie über den Status eines Nischenmodells für besonders fortschrittlich orientierte Zeitgenossen hinaus.

Das lag weniger an der eindrucksvollen Technik mit der Kombination aus Verbrennungs- und Elektromotor als vielmehr am gewöhnungsbedürftigen Design - und am Preis.

Bis 2020 Hybrid in allen Modellreihen

Jetzt zündet Toyota die nächste Stufe auf dem selbst vorgegebenen Weg, bis 2020 die Hybridphilosophie auf alle Modellreihen ausrollen zu wollen. Mit der Einführung der Technologie in der Kompaktklasse, dem nach wie vor wichtigsten Segment in Deutschland und Europa, wird der bislang vielfach als zu teuer und zu schwer gescholtene Doppel-Antrieb tatsächlich massentauglich.

Am 18. September startet der Auris Hybrid zu Preisen ab 22.950 Euro - und damit lediglich 850 Euro über dem leistungsmäßig vergleichbaren Dieselangebot. "Ausstattungsbereinigt liegen die beiden Modelle sogar auf dem gleichen Niveau", streicht Toyota-Sprecher Henning Meyer heraus.

Benzin- und Elektromotor harmonieren reibungslos

Doch es sind weniger die serienmäßige Klimaautomatik, das stufenlose Automatikgetriebe oder die Berganfahrhilfe, die den Auris auch für Flottenbetreiber interessant machen. Mit den zwei Motoren unter dem Blech beeindruckt der japanische Golf-Gegner vielmehr mit seinen Klassenbestwerten beim Normverbrauch (3,8 Liter) und beim CO-2-Ausstoß mit 89 g/km.

Auf einer ersten Testausfahrt ohne sonderliche Sparbemühungen zeigte der Bordcomputer immerhin 5,1 Liter an. Eine „4" vor dem Komma ist bei konsequenter Nutzung des Konzeptpotenzials zu erzielen.

Das Zusammenspiel der beiden Antriebseinheiten, die es auf 100 kW/136 PS bringen, funktioniert dabei, wie schon beim Prius, reibungslos. Im Display kann der Fahrer erkennen, ob der 1,8-Liter-Benzin- und der 14 PS starke Elektromotor gerade für die Fortbewegung sorgt.  

Mit geringen Wartungskosten, günstigen Versicherungsklasseneinstufungen (Haftpflicht Typklasse 14, Vollkasko 16, Teilkasko 20) und lediglich 36 Euro Kraftfahrzeugsteuer pro Jahr empfiehlt sich der Japaner, der in England von den Bändern läuft, auch für die Flotte.

Kofferraum geschrumpft

Allerdings: Beim Blick in den Kofferraum wird mancher Fuhrparkbetreiber ins Grübeln kommen. Dort beansprucht die Batterie ihren Platz und lässt das Gepäckabteil gegenüber den herkömmlichen Modellen auf lediglich 310 Liter Volumen schrumpfen.

Der einzige Haken am Auris Hybrid - und ein Kombi ist erst für die nächste Modellgeneration versprochen.

Bernd Nusser