Für tausende Mitarbeiter von Praktiker ist das eine gute Nachricht: Für sie wurde eine Transfergesellschaft gegründet. Die Gewerkschaft Verdi nimmt den Gläubigerausschuss der insolventen Baumarktkette in die Pflicht.

Die Arbeitnehmervertreter von Praktiker haben sich bei Verhandlungen in Erfurt mit den Insolvenzverwaltern des zahlungsunfähigen Konzerns auf die Einrichtung einer Transfergesellschaft geeinigt. Das bestätigte die Betriebsratsvorsitzende Kerstin Schäfer der "Saarbrücker Zeitung". "Gerade eben haben wir den Sozialplan unterschrieben", sagte sie am Dienstag. Der Einigung muss allerdings noch der Gläubigerausschuss zustimmen, der am 28. September zusammenkommt.

"Mit der Einrichtung dieser Transfergesellschaft kann nun verhindert werden, dass tausende Menschen ab 1. Oktober in die Arbeitslosigkeit abgeschoben werden", betonte die Gewerkschafterin Stefanie Nutzenberger, Verdi-Bundesvorstandsmitglied für den Handel.

"Nun ist es am Gläubigerausschuss, allen voran an den Banken, den Warenkreditversicherern und den Lieferanten, diesem Ergebnis zuzustimmen und den Menschen bei Praktiker, die ihre Arbeit verlieren werden, eine Perspektive für weitere Qualifizierung und Vorbereitung auf den Arbeitsmarkt zu ermöglichen", forderte Nutzenberger.

Transferzeiten zwischen einem und sieben Monaten

Die Transfergesellschaft betrifft laut Verdi rund 4.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, die in jenen Praktiker-Filialen angestellt sind, die leerverkauft beziehungsweise stillgelegt werden sollen. Für die langjährig Beschäftigten mit einer gesetzlichen, tarifvertraglichen Kündigungsfrist von sieben Monaten habe eine Transfer-Laufzeit von sechs Monaten ausgehandelt werden können, teilt die Gewerkschaft mit.

Für Beschäftigte mit einer Kündigungsfrist von fünf bis sechs Monaten gibt es laut Verdi eine fünfmonatige Transferlaufzeit. Vier Monate Transfer erhalten Beschäftigte, deren Kündigungsfrist drei bis vier Monate gilt und eine dreimonatige Transfer-Laufzeit gilt für Praktiker-Beschäftigte mit einer Kündigungsfrist von ein bis zwei Monaten.