Schmucklos ist das Ende der ersten vier Hertie-Filialen. Es wird einfach zugesperrt,  Schlussverkäufe waren nicht vorgesehen. In Essen wollen die Mitarbeiter wenigstens öffentlich trauern.

Geplant ist, dass Belegschaft und Betriebsräte der Häuser in Essen-Borbeck und Essen-Altenessen am heutigen Feierabend Trauerkränze vor den Türen der Filialen niederlegen. Das berichtet die Onlineausgabe der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung".

Im Geschäft in Kassel waren viele Kunden gestern nochmal auf Schnäppchenjagd. Sie wurden aber enttäuscht. Denn die Preisnachlässe waren bescheiden ausgefallen, auch das geringe Warenangebot sorgte für Verärgerung bei den Konsumenten, schreibt die in Kassel erscheinende "Hessisch Niedersächsische Allgemeine".

Feierabend um 13 Uhr

Heute werden diese drei Filialen sowie der Standort Duisburg-Walsum geschlossen. Punkt 13 Uhr sollte in Borbeck Schluss gemacht werden. Weitere fünfzehn Häuser werden folgen. Insgesamt 650 Mitarbeiter sind davon betroffen. Die Waren würden an Lieferanten zurückgegeben oder auf andere Filialen verteilt, sagte ein Hertiesprecher am Donnerstag in Essen. Außerdem zeigen externe Vermarkter Interesse. Dazu gehört die Eltex GmbH aus Rheinland-Pfalz.

Die Zukunft von Hertie mit insgesamt 3.400 Mitarbeitern bleibt weiter ungewiss. Verhandlungen über einen Einstieg liefen mit mehreren Investoren, sagte der Sprecher. Das Unternehmen hatte im Juli vergangenen Jahres wegen der Finanzprobleme seines Eigentümers Dawnay Day Insolvenzantrag gestellt.

Mietsenkung der Knackpunkt

Ein Kernpunkt der Verhandlungen über die Rettung des Warenhauses ist die Forderung des vorläufigen Insolvenzverwalters Biner Bähr nach einer deutlichen Senkung der Mieten für die Häuser.

Nach Bährs Darstellung hatte der Eigentümer mit Hilfe von überhöhten Mieten Kapital aus dem Unternehmen abgezogen. Bähr hat eine Frist bis Ende Februar für die Rettung von Hertie gesetzt. Wenn es bis dahin keine Einigung gibt, will er das Unternehmen liquidieren.