Trotz angekündigter Stellenstreichungen in deutschen IT-Unternehmen werden qualifizierte IT-Fachkräfte gesucht. "Web-enabled Recruiting" soll helfen, offene Positionen mit entsprechenden Skills zu besetzen.

In den nächsten zwei Jahren erwartet die Meta Group einen Anstieg an Methoden für intelligente Filtersysteme, die es HR- und IT-Abteilungen (Human Resource und Information Technology) leichter machen sollen, offene Positionen mit entsprechenden Skills zu besetzen. Generell werde die Einführung von Skill- und Personalbewertungstools zunehmen. Andere Möglichkeiten, wie Online Video Interviewing und Video Clips, würden immer stärkere Verbreitung finden.

Wie die Meta Group herausfand, hat die Suche nach qualifizierten IT-Fachkräften mit und ohne Führungspotenzial trotz angekündigter Stellenstreichungen in deutschen IT-Unternehmen weiterhin hohe Priorität. "Neben der Aufgabe, die Leistungsträger auch langfristig an das Unternehmen zu binden, pointiert der Ausdruck 'war for talents' die wichtigste Herausforderung für HR-Abteilungen immer noch treffend", so Andreas Pestinger, Director Research bei der Meta Group. Die Rekrutierung von IT-Spezialisten erfordere fortlaufende Anstrengungen sowohl von der HR- als auch der IT-Abteilung.

Eine jüngst erschienene Studie der Meta Group mit dem Titel "European IT Staffing and Compensation" zeigt, dass sich zahlreiche Unternehmen zwar immer noch stark auf traditionelle Rekrutierungsmethoden verlassen, im letzten Jahr allerdings eine Veränderung stattgefunden hat. Die Web- oder Internet-basierten Optionen der Personalbeschaffung, das so genannte E-Recruiting, sind demnach ins Blickfeld geraten.

Laut Studie hat sich "Web-enabled Recruiting" in den USA bereits seit einigen Jahren fest etabliert. Aber auch europäische Organisationen, insbesondere in Frankreich, England und der Schweiz, beginnen zunehmend die Einsparungspotenziale hinsichtlich Kosten und Zeit zu erkennen und zu realisieren. In den USA rangiert der Internet-Ansatz zur Personalbeschaffung bereits auf Platz 3 nach Mitarbeiterempfehlungen und Personalagenturen. In Deutschland steht die Rekrutierung von IT-Personal über das Internet immerhin auf Platz 4 nach Werbung/Anzeigen, Personalagenturen und internen Mitarbeiterempfehlungen. (ST)


HINTERGRUND:

Im Rahmen der Studie "European IT Staffing and Compensation" definiert Meta Group für Web-enabled Recruiting beziehungsweise E-Recruiting vier grundsätzliche Modelle:

Bulletin Board Service Provider: Das Angebot orientiert sich hauptsächlich an den Bedürfnissen der Jobsuchenden und ist weniger auf die potenziellen Bedarfe von Arbeitgebern ausgerichtet. Der mögliche Wertschöpfungsbeitrag für das suchende Unternehmen im Rekrutierungsprozess ist limitiert; der hauptsächliche Nutzen besteht in der Datenbankerstellung. Vorteil ist die einfache Handhabung; Nachteile sind die Überladung der Web-Seiten (Werbung, Banner) und das bislang noch wenig effiziente Skill Matching.

Portal Sites: Diese Seiten offerieren Dienstleistungen sowohl für Jobsuchende als auch Anbieter. Viele dieser Dienstleistungen orientieren sich an der Entwicklung einer "Community of Interest". So werden Jobsuchenden neben den reinen Stellenbeschreibungen beispielsweise auch Informationen über Karriere und Training, Events sowie Dienstleistungen im Zusammenhang mit Gehaltsanforderungen und steuerlichen Aspekten angeboten. Jobanbieter hingegen haben die Möglichekeit, Bewerbungsschreiben anzufordern, die von Bewerbern online und auf Basis spezifischer Anforderungen kreiert werden.

ASPs: Allgemein starteten diese Anbieter mit Management-Software für eine oder mehrere HR-Komponenten, wie z.B. Recruiting oder Resumé Management. Heute steht dieses Angebot mit der gleichen Funktionalität im Hosting via Web zur Verfügung. Diese Seiten bieten in der Regel mehr Wert als Bulletin Boards, stellen aber nicht so viele Inhalte wie Portal Sites zur Verfügung.

Employment Agency Model: Das sind Web- bzw. Internet-Angebote der traditionellen Personalagenturen. In der Regel kann dieses Angebot nur eine geringe Steigerung der Wertschöpfung bieten. Es besteht die Gefahr, dass Personalagenturen mit dem Web-Modell eher ihr Engagement im HR-Prozess reduzieren, indem sie den Kunden die Bewerbungen selbst sortieren lassen.


KONTAKT:

Meta Group Deutschland GmbH
Saalburgstraße 157
61350 Bad Homburg
Internet: www.metagroup.de