Jahreswechsel sind die Zeit der Trend-Prognosen. Doch man muss nicht jeden Trend mitmachen. Wir sorgen für Orientierung und sagen Ihnen, was Sie von den Trends 2017 zu erwarten haben.

Trends im digitalen Handel gibt es mehr als genug. Doch nicht jeder Trend eignet sich für jeden Händler. Und auch unterschiedliche Kunden verhalten sich zu unterschiedlichen Zeiten unterschiedlich. Wichtig ist es also, einen Schwerpunkt zu setzen. Dafür aber müssen Sie sich auch klar darüber werden, welcher Trend-Typ Sie als Händler sind.

Sie und ihre Kunden legen das Smartphone kaum aus der Hand

Sie beobachten, dass auch ihre Kunden immer mobiler werden und scheuen daher auch nicht den Aufwand für mobilere Webseiten, weil dort mittelfristig mehr Umsatz zu erwarten ist. Denn auch Google berechnet Suchergebnisse  mehr und mehr nach der Leistung mobiler Webseiten. Ein guter mobiler Auftritt wird außerdem umso wichtiger, je mehr auch die Suche immer mobiler und immer lokaler wird.

Was Sie wissen müssen: Mobil up-to-date zu sein kostet Geld, ist aber unausweichlich, um im Spiel zu bleiben.

Sie haben es selbst immer eiliger

Der Kunde will auch Tempo. Als Händler orientieren Sie sich also Richtung Same-Day-Delivery. Als lokaler Händler können Sie sich beispielsweise innerörtlichen Lieferdiensten anschließen.

Was Sie wissen müssen:  Noch ist Flexibilität und Zuverlässigkeit auf der letzten Meile entscheidender. Aber prüfen Sie genau, wie wichtig die eiligen Kunden für das Geschäft sind.  

Sie wollen bei der technische Entwicklung ganz vorne sein

Technik finden Sie als alter „Star Trek“-Fan faszinierend und Sie wetten darauf, dass bald alle Welt digitale Sprachassistenten wie Amazon Alexa zum Shoppen nutzt.  Mindestens ebenso vielversprechend finden Sie Künstliche Intelligenz (KI) und Machine Learning. Denn auch die hält immer mehr Einzug in die Shopsysteme, wird beispielsweise genutzt, um die Personalisierung zu verbessern oder Dynamic Pricing zu optimieren. Chatbots lernen, wie sie Kunden automatisiert einen besseren Service bieten können. Hinzu kommt: Big Data und Analytics-Systeme können Marge und Umsatz massiv verbessern.

Was Sie wissen müssen:  KI ist das Raumfahrt-Programm des Handels. Teuer, aufwändig – es zahlt sich erst spät aus.  Wer es nicht selbst leisten kann, muss sich aber bald Verbündete suchen. Sonst  gehört den großen Playern der GAFA-Ökonomie (Google, Apple, Facebook, Amazon) der Weltraum eines Tages allein.

Project Muze


Sie wissen, dass man es nicht alleine schaffen kann

Mit ihrer Marktmacht, Reichweite und vollen Werbekassen sowie dem technischen Knowhow gehört den Marktplätzen die Zukunft. Als Händler beklagen auch Sie die Plattform-Ökonomie und Monopolbildung, aber Sie wissen auch um die normative Kraft des Faktischen. Und bevor ihre kleine Yacht beim Wellenschlag der Riesen kentert, heuern Sie lieber auf dem Tanker an.

Was Sie wissen müssen:  Auf Dauer machen Sie sich abhängig.


Ihre Kunden langweilen sich vor den Kleiderständern

„Erlebnis“, „Ambiente“ und „Erlebnischarakter“. Das erwarten laut der IFH-Studie „Vitale Innenstädte“ die Kunden in den Fußgängerzonen.  Die Kunden sind aber längst digitaler unterwegs als der Handel. Also muss auch der stationäre Händler digitale Anknüpfungspunkte bieten, die dem Kunden Unterhaltung oder Information  bieten. Das können interaktive Touchscreens sein, virtuelle Spiegel mit denen Kunden wechselnde Outfits ausprobieren oder gleich Beratung per Virtual Reality.

Was Sie wissen müssen:  Es geht nicht um simples Blingbling. Entscheidend ist der Nutzwert. Bieten Sie beispielsweise einen  interaktiven Touchscreen nur auf, wenn der Kunde Ware dort auch direkt online bestellen kann. Und Sie müssen – siehe Beacons - bereit sein, reichlich Lehrgeld zu zahlen.

Sie wissen, sie müssen online mehr machen, wollen aber Kunden auch in die Filiale bekommen

Click & Collect, also Artikel online zu reservieren oder schon online zu kaufen und dann im Laden abzuholen, ist auf dem besten  Wege zum neuen Standard im Handel zu werden. Bieten Sie aber diese Option nur, wenn Sie dies in einem ordentlichen Prozess umsetzen können. Stiefmütterliche Lösungen honorieren die Kunden nicht.

Was Sie wissen müssen:  Es geht in erster Linie nicht um Mehrumsatz, sondern darum, Kunden zu halten. Mehrumsatz in Form von Zusatzkäufen erreichen Sie nur, wenn Sie den Prozess perfekt gestalten.

Ihnen gehen die ganzen Buzzwords auf den Sack

Ihre Denke: Multichannel, Omnichannel? Egal. Hauptsache Umsatz! Sie denken da wieder der Kunde. Der sagt: Kanal? Egal. Hauptsache Produkt! Sie wollen einfach zufriedene Kunden - online wie offline, und tun dafür alles, was möglich ist. Überall. Dem Kunden ist der Kanal ja auch gleichgültig.

Was Sie wissen müssen: Mit der Einstellung sind Sie überlebensfähig, weil Sie zuallererst an den Kunden denken.


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