Der E-Commerce ist erwachsen geworden, so kann man die Ergebnisse der diesjährigen Trendstudie „Zukunftsthemen im E-Commerce 2015“ der Agentur netz98 zusammenfassen. Einerseits wird das Angebot immer professioneller, andererseits ist der Boom der reinen Onlineshops im B2C scheinbar vorbei. Die Verschränkung von Vertriebskanälen – insbesondere auch im B2B – hat das größte Potenzial. Was die Zukunft so bringt, hat Tim Hahn, Gründer und Geschäftsführer von netz98, in einer Auswahl von Best Practices und Innovationen zusammengestellt.

Multi-, Cross- und Omnichannel
Durch den E-Commerce als wichtigsten digitalen Absatzkanal und seiner Fähigkeit alle möglichen Technologien und Geschäftsmodelle anzubinden bzw. zu integrieren, wächst nun zusammen, was zusammengehört. Der Boom der Multi-, Cross- und Omnichannelkonzepte lässt die Grenzen zwischen Einkaufsrealitäten verschwimmen, und der Kunde rückt endlich in den alleinigen Fokus.


Multichannel-Erlebnis-Häuser
Douglas entwickelt sich mehr und mehr zum Multichannel-Händler: Produkte können online bestellt und in der Filiale abgeholt werden. In einigen Filialen stehen Kunden große, interaktive Monitore zur Verfügung, auf denen sie sich die TOP-Produkte oder auch Events ihrer Filiale anzeigen lassen können. Douglas hat außerdem die kontaktlose, mobile Bezahllösung Yapital eingeführt.


POS in U-Bahn-Stationen
Plakate mit QR-Codes an Bushaltestellen sind ja schon wieder Old-School! Amazon integriert nun digitale „Pop of Stores“ in U-Bahn-Stationen. Diese sind direkt an den Bahnsteigen oder in der Nähe der Eingänge platziert. Die Screens sind interaktiv bedienbar, und der Nutzer kann sich „durch die Produkte wischen“, QR-Codes der Artikel einscannen oder sich einen Link schicken lassen, um das Produkt – wieder an der Oberfläche angelangt – bestellen zu können.



E-Commerce für stationäre Händler
Ein Marktplatz und Schaufenster für Angebote aus dem stationären Handel – das ist Locafox. Die Plattform bietet Informationen zu Angeboten inklusive Verfüg­barkeit, Preis, Produktbeschreibungen und Bildern sowie den Standorten und Öffnungszeiten der Händler in der Nähe. Besucher sehen die Entfernung zu den stationären Händlern und können Artikel zur späteren Abholung reser­vieren. Neben einer Desktop- und einer Mobile-Variante wird es auch eine Locafox App geben.

Design, UX, Verkauf
Nicht nur die Technik des Onlineshops entscheidet über dessen Erfolg. Auch seine Visualisierung, ein nutzerfreundliches Design und besondere Mehrwert sorgen für ein positives Gefühl beim Einkauf – und damit eine starke Bindung des Kunden zu Marke und Anbieter. Wie groß das Spektrum der Möglichkeiten ist, zeigt die folgende Auswahl. Inspiration, Klarheit oder Mitgefühl sind eben Werte an sich.

Produktinszenierung
Produkte sollten am besten in ihrer Einsatz-Umgebung dargestellt werden. Kleidung wird ja in den meisten Fällen an Models gezeigt – warum dann nicht auch Nutzgegenstände in der Umgebung zeigen, in der sie eingesetzt werden. So lassen sich zum Beispiel Fliesen, siehe Fliesenmax, ansprechend als Gesamtbild verfugter Wandkacheln inszenieren, so dass die Nutzer Inspiration für die eigenen vier Wände erhalten – und der Kaufwunsch verstärkt wird.



Einfache Navigation
In einigen Onlineshops ist der Nutzer schon beim Einstieg überfordert, da die Navigationspunkte unstrukturiert sind und sich die Navigation dem Nutzer nicht intuitiv erschließt. Bei zahlreichen Links im Kopfbereich ist es wichtig, dass sich die Navigation von anderen Links unterscheidet und eindeutige Mouse-Over sowie gut strukturierte Menü-Layer aufweist, um dem Nutzer einen einfachen Einstieg zu ermöglichen. Bei „Forever21“ hebt sich die Haupt­navigation durch Breite und Textgröße von den anderen Links eindeutig ab und weist großflächige Mouse-Over auf, die beim Navigieren helfen.



Kaufen und spenden
Mit einem Kauf gleichzeitig Gutes tun? Klar geht das! Wer bei Warby Parker eine Brille kauft, spendiert gleichzeitig einer anderen Person eine kostenlose Brille. Brillenträger wissen, wie teuer Sehhilfen sein können. Für Bewohner von Entwicklungs- und Schwellenländern mit niedrigen Einkommen sind sie oftmals unerschwinglich. Ein wirklich nachahmenswertes Verkaufskonzept.

B2B-E-Commerce
Erfolgreicher B2B-E-Commerce verknüpft ein optimales Prozessdesign, zuverlässige Technologien, innovative Konzepte und eine starke Service- bzw. Kundenorientierung – B2B ist eben People Business – in einer Plattform. Dabei gibt es keine Standardrezepte. Jede Lösung muss individuell auf Kunden und Branchen zugeschnitten sein. Sich vom B2C inspirieren zu lassen ist ausdrücklich erlaubt. Drei Best Practices machen deutlich, wie die aussehen kann.

Zentrales B2B-Einkaufssystem
Meyer Quick Service Logistics (QSL) bietet Fulfilment für die Systemgastro­nomie und betreut bekannte Brands wie Burger King, KFC, Pizza Hut oder Starbucks. Die neu geschaffene E-Commerce-Plattform bietet im ersten Schritt allen Burger King Filialen ein zentrales Einkaufssystem. Das System ist hinsichtlich Anforderungen und Prozesse sehr umfangreich, da die Waren in der Regel mehrmals pro Woche geordert werden und dabei präzise Lieferzeiten und eine transparente Lieferkette von hoher Bedeutung sind. Über die Plattform für Burger King, sollen zukünftig noch weitere Kunden bedient werden. Mehr dazu in den Erfolgsstorys (pdf) von next98.


Digitaler Showroom
Bei Tommy Hilfiger können sich Einkäufer zukünftig in einem digitalen Ver­kaufsraum die neuen Kollektionen anschauen. Das Modelabel bietet so eine neue Einkaufserfahrung. Die Einkäufer können sich jedes Teil der saisonalen Kollektionen digital ansehen und ihre Bestellungen in sämtlichen Produktkate­gorien auf lediglich einem Bildschirm tätigen. Außerdem können sie den Look durch einen dynamischen Zoom in einer ungeahnten Detailtiefe betrachten und durch einen Klick auf ein Kleidungsstück zusätzliche Informationen er­halten. Tommy Hilfiger macht so Produktion und Versand von Musterstücken teilweise überflüssig und verbessert die Kosteneffizienz.


Content-Strategie für integriertes Markenerlebnis
Als Musterbeispiel für Social Media im B2B ist die Krones AG schon länger bekannt. Das Unternehmen liefert aber auch Best Practices für eine integrierte Content Marketing Strategie. Krones bespielt fast alle Kommunikationskanäle und sorgt für eine kanalübergreifende, konsistente Distribution von Inhalten: Das Krones Magazin, (digital und print) präsentiert Projekte und Kundenreportagen sowie technische Innovationen. Ein Teil dieser Inhalte taucht im Newsletter oder im Unternehmensblog wieder auf. Hier allerdings – passend zum Kanal – mit einem stärkeren Fokus auf die Menschen hinter der Marke und dem Unternehmen.



Die vollständigen „Zukunftsthemen im E-Commerce 2015“ können Sie unter www.zukunftsthemen-im-ecommerce.de anfordern.