Erstmals seit März kann der Konsumklima-Index der GfK wieder leichte Zugewinne verzeichnen. Die Konjunkturaussichten bewerten die Verbraucher allerdings alles andere als positiv. 

Trotz europäischer Schuldenkrise und steigenden Rezessionsängsten kann der monatlich von der GfK-Marktforschung ermittelte Konsumklima-Index leicht zulegen. Insbesondere in Bezug auf ihre Einkommensaussichten sowie die Anschaffungsneigung sind die Verbraucher nach wie vor optimistisch.

Beide Indikatoren profitieren laut GfK von der guten Beschäftigungslage und den Lohnsteigerungen in diesem Jahr. Sie sind in erster Linie für den leichten Anstieg des Konsumklima-Index im November verantwortlich. Es ist der erste Anstieg seit März. Der Gesamtindikator prognostiziert nach 5,2 Punkten im Oktober für November einen Wert von 5,3 Punkten.

Konjunkturerwartungen sinken, Einkommenserwartung steigt

Die anhaltenden Diskussionen um die Staatsschuldenkrise sowie die drohende Insolvenz Griechenlands, die auch das Bankensystem belasten würde, verunsichern hingegen die Bevölkerung. Dementsprechend negativ bewerten die Verbraucher die Konjunkturaussichten für die kommenden Monate, schreiben die Nürnberger Konsumforscher.

Nach dem Minus von knapp 9 Zählern im September verliert der entsprechende Indikator noch einmal 11 Punkte und weist nun  minus 6,2 Punkte auf. Ein niedrigerer Wert wurde zuletzt im August 2009 gemessen. Im Vorjahresvergleich steht derzeit ein Minus von mehr als 62 Punkten zu Buche.

Den ständig steigenden Konjunkturängsten zum Trotz legt die Einkommenserwartung der Deutschen im Oktober sogar leicht zu. Der Indikator verzeichnet ein Plus von 1,4 Punkten. Mit nun 36,5 Zählern liegt er damit in etwa auf Vorjahresniveau.

Binnenkonjunktur bleibt Säule der wirtschaftlichen Entwicklung

Eine gute Arbeitsmarktlage sowie spürbare Einkommenszuwächse der Beschäftigten sorgen derzeit für ausgezeichnete Rahmenbedingungen, um den Einkommensindikator auf hohem Niveau zu stabilisieren.

"Mit dieser Entwicklung festigt die Binnenkonjunktur ihren Ruf als wichtige Säule der wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland", bilanzieren die GfK-Experten. "Denn die Exporte, die bislang die wichtigste Größe für das Wachstum in Deutschland waren, werden sich in den kommenden Monaten spürbar abschwächen." Damit werde es umso wichtiger, dass der Konsum seiner stabilisierenden Rolle gerecht wird.