Der zweitgrößte Betreiber von Shoppingcentern in den USA General Growth Properties (GGP) hat Insolvenz angemeldet. Das Kerngeschäft sei aber gesund, betont der Unternehmenschef.

Nach monatelangen Verhandlungen mit den Gläubigern und dem vergeblichen Versuch, sich anderweitig zu refinanzieren, habe der General Growth Properties (GGP) Gläubigerschutz nach US-Recht (Chapter 11) beantragt, teilte der Konzern  am heutigen Donnerstag in Chicago mit.

Das Unternehmen hatte Ende 2008 eine Bilanzsumme von rund 29 Milliarden Dollar, die ausstehenden Schulden beliefen sich auf etwa 27 Milliarden Dollar (20,4 Milliarden Euro). GGP betreibt in den USA mehr als 200 Shopping-Center in 44 Bundesstaaten.

Das Tagesgeschäft in den Malls laufe weiter wie gewohnt. "Unser Kerngeschäft ist gesund", sagte GGP-Chef Adam Metz. Das Management habe in den vergangenen Monaten unermüdlich daran gearbeitet, die Schulden zu bedienen - allerdings habe der Zusammenbruch der Kreditmärkte dem Konzern die Refinanzierung am Markt unmöglich gemacht.

Commerzbank-Tochter Eurohypo betroffen, aber nicht überrascht

Die Commerzbank ist weit weniger stark von der Pleite des zweitgrößten US-Betreibers von Einkaufszentren, General Growth Properties (GGP), betroffen als zunächst gedacht. Das Engagement liege nur bei rund 10 Prozent der im Gläubigerschutz-Antrag genannten Summe von 2,6 Milliarden US-Dollar, teilte die Commerzbank-Tochter Eurohypo am Donnerstag in Eschborn bei Frankfurt mit.

Das Missverständnis sei dadurch zustande gekommen, dass die Eurohypo als einer der größten Geldgeber stellvertretend für eine Gruppe von insgesamt 175 Gläubigern aufgeführt worden sei.
Für den auf die Eurohypo entfallenen Anteil sei bereits vorgesorgt worden oder dies solle im laufenden Jahr geschehen. Welche Summe die Bank schon zurückgestellt hat, wollte eine Sprecherin nicht sagen.

Amerikanischer Marktführer im Bereich Shopping-Malls ist mit rund 800 Centern weltweit die Developers Diversified Realty (DDR). An dem ebenfalls im Zuge der Finanzkrise ins Straucheln geratene Unternehmen will sich die Otto-Familie als Großaktionär mit einem Anteil von rund 20 Prozent beteiligen, sofern die Hauptversammlung von DDR in diesem Monat zustimmt.

dpa, hb