Negativzinsen? Nicht mit mir, denken offenbar viele Anleger. Eine Umfrage zeigt: Sollten die Gebühren auf Konten und Einlagen für Endkunden kommen, darf sich der Handel freuen.

Die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank erschwert den Banken das Wirtschaften, seit März müssen die Geldhäuser für ihre Einlagen bei der Zentralbank einen Negativzins von 0,4 Prozent bezahlen. Immer mehr Banken bereiten die Kunden deshalb darauf vor, dass diese „Strafzinsen“ bald auch an Privatkunden weitergegeben werden – ob in Form von Gebühren auf Girokonten oder Kreditzinsen.

Die Mehrheit der Sparer hat die Signale verstanden, ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag des Edelmetallhändlers Coininvest. Würden Negativzinsen erhoben, wollen rund 32 Prozent der 2011 Befragten ihr Geld von der Bank abheben und im Schließfach oder im eigenen Heim deponieren.

Raus mit dem Geld

Immerhin knapp ein Viertel der Befragten will sich nicht näher mit dem Thema befassen und das Geld einfach ausgeben – was den Handel freuen dürfte, der bereits jetzt von der guten Konsumlaune der Verbraucher profitiert.

Nach Anlagealternativen befragt, setzen laut Umfrage 26 Prozent auf Immobilien, Gold würde ein Fünftel der Teilnehmer favorisieren. Hinter Gold liegen Aktien bzw. Fonds (19 Prozent) und festverzinsliche Anlagen wie Anleihen oder Festgeld (14 Prozent) in der Gunst der Deutschen.

Rund 21 Prozent der Teilnehmer an der Erhebung kümmert die Debatte hingegen nicht: Sie haben nach eigenen Angaben keine Ersparnisse, um die sie fürchten müssten. Zwei Prozent wollen gar nichts unternehmen und die Verluste in Kauf nehmen.