Viele Redakteure, die sich mit dem Thema E-Commerce beschäftigen, halten Fachkollegen für eher schlecht informiert. Das ermittelte das Bochumer Forschungsinstitut com.X in einer Blitzumfrage unter Wirtschafts-, Online- und IT-Redakteuren, in der es um den Informationsbedarf und die Interessenschwerpunkte von Journalisten zum Thema E-Commerce ging.

Viele Redakteure, die sich mit dem Thema E-Commerce beschäftigen, halten Fachkollegen für eher schlecht informiert. Das ermittelte das Bochumer Forschungsinstitut com.X in einer Blitzumfrage unter Wirtschafts-, Online- und IT-Redakteuren, in der es um den Informationsbedarf und die Interessenschwerpunkte von Journalisten zum Thema E-Commerce ging. Bei der Einschätzung des Informationsstandes scheiden sich die Geister. Knapp die Hälfte (49%) der Journalisten ist danach der Ansicht, die Fachkollegen seien eher schlecht informiert.

Die Bewertung hängt offenbar vor allem damit zusammen, wie sehr die einzelnen Medien auf E-Commerce-Themen spezialisiert sind. Redakteure von IT- und E-Commerce-Fachmedien, Online-Publikationen und Wirtschaftstiteln schätzen ihre Kollegen als am besten informiert ein. Wirtschaftsredakteure von Tages- und Wochenzeitungen sowie Zeitschriften vermuten dagegen einen eher schlechten Informationsstand. Auch das Alter spielt eine Rolle. Unter 30-Jährige vermuten ein höheres Wissen bei ihren Kollegen als beispielsweise die 41- bis 50-Jährigen.

Zurückgeführt wird der mangelnde Informationsstand vor allem auf die unzureichende Qualität der Informationen. Die seien häufig schlecht verfügbar und zu diffus, urteilen die Befragten. Diejenigen, die ihre Kollegen als gut informiert einschätzen, führen dies denn auch zu 85% auf deren aktive Bemühungen zurück und nicht darauf, dass Informationen gut und leicht verfügbar seien. "Ein Signal an die PR- und Kommunikationsverantwortlichen im Bereich E-Commerce", schließt com.X-Geschäftsführer Thomas Quast. "Aus der Sicht der Journalisten sind die vorhandenen Informationen verbesserungsbedürftig.

Konkrete Forschungsergebnisse, Akzeptanz-Untersuchungen und Fallstudien zu E-Commerce sind bei Journalisten ebenso gefragt wie Prognosen über technische Entwicklungen und verständliche Informationen über technische Lösungen. Vergleichsweise irrelevant erscheinen ihnen dagegen Skandale und Personality-Stories. Der große Bedarf an Einschätzungshilfen zeigt sich auch dann, wenn die Redakteure ohne Antwortvorgaben nach Themen gefragt werden, die sie bei ihrer Arbeit besonders interessieren. Direkt nach dem Thema E-Commerce in Verbindung mit speziellen Branchen (z.B. Buchhandel, IT-Branche, Banken) folgt das Interesse an Gesamteinschätzungen und Bewertungen zur Entwicklung des Bereichs sowie zu den wirtschaftlichen Veränderungen, die sich durch E-Commerce ergeben.

Zur Methodik der Studie

Für die explorative Studie wurden in ausführlichen telefonischen Leitfadeninterviews insgesamt 83 Wirtschafts- und Fachredakteure befragt, die bei ihrer Arbeit mit dem Thema E-Commerce zu tun haben. .

Die Forscher von com.X fragten beim Informationsstand zum Thema E-Commerce bewusst nach der wahrgenommenen Informiertheit bei Fachkollegen und nicht nach dem eigenen Infostand der Journalisten. So konnten die Journalisten als Kenner das eigene Berufsumfeld einschätzen und zugleich wurden Effekte "sozialer Erwünschtheit" bei den Antworten reduziert. (DS)

KONTAKT:

Nicole Warthun
Thomas Quast
com.X Institut für Kommunikations-Analyse & Evaluation
Ehrenfeldstr. 34
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