Von einer Konsumkrise ist Deutschland weit entfernt: Die Umsätze der Handelsbranche bewegten sich im Januar nahezu auf dem Niveau des Vorjahres.

Die Krise in der Finanz- und Automobilbranche lässt die Verbraucher in Deutschland weitgehend unbeeindruckt. Herbe Rückschläge bei den Umsätzen im Einzelhandel, wie sie die Industrie vereichnen muss, blieben aus.

Nach vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) von diesem Donnerstag verringerte sich der Einzelhandelsumsatz im Januar dieses Jahres gebengegenüber dem Vorjahresmonat nominal um 1,2 Prozent und real um 1,3 Prozent.

Distanzhandel verliert überraschend stark

Im Vergleich zum Dezember vergangenen Jahres sank der Umsatz im Januar 2009 unter Berücksichtigung von Saison- und Kalendereffekten nominal um 0,5 und real um 0,6 Prozent. Überdurchschnittlich betroffen war der zuletzt aufstrebende Internet- und Versandhandel, dessen Erlöse binnen Jahresfrist nominal um 7,5 Prozent und real um 8,2 Prozent wegbrachen.

Der Einzelhandel mit Lebensmitteln, Getränken und Tabakwaren setzte im Januar nominal 1,2 Prozent und real 2,4 Prozent weniger um als im Januar 2008. Dabei verzeichneten Supermärkte, SB-Warenhäuser und Verbrauchermärkte einen Rückgang von nominal 1,1 Prozent und real 2,2 Prozent, beim Facheinzelhandel mit Lebensmitteln lagen die Umsätze nominal um 2,3 Prozent und real um 4,5 Prozent niedriger als im Vorjahresmonat.

Auch im Einzelhandel mit Nicht-Lebensmitteln wurde im Berichtsmonat nominal und real weniger als im Januar 2008 umgesetzt (nominal minus 0,7 Prozent, real minus 0,6 Prozent).

Kosmetik geht gut

Nur der Einzelhandel mit kosmetischen, pharmazeutischen und medizinischen Erzeugnissen erzielte eine nominale Umsatzsteigerung (plus 1,2 prozent), real gab es allerdings ein Umsatzminus vom 0,9%. Dagegen verzeichnete der Einzelhandel mit Einrichtungsgegenständen, Haushaltsgeräten und Baubedarf real einen leichten Umsatzzuwachs (plus 0,1%), nominal aber Umsatzeinbußen (minus 0,3 Prozent).

Das Ergebnis für den Januar 2009 wurde aus Daten von sieben Bundesländern berechnet, in denen rund 76 Prozent des Gesamtumsatzes im deutschen Einzelhandel getätigt werden.

dpa/Dow Jones