Die Umsätze mit E-Books sind im Vorjahresvergleich um 68 Prozent gestiegen, hat die GfK festgestellt. Es gibt aber noch viele Traditionalisten, die das gedruckte Papier weiterhin schätzen.

Musik, Spiele, Filme und Bücher werden in Deutschland immer öfter aus dem Internet runtergeladen. Der Download-Umsatz bei diesen Unterhaltungsmedien stieg im ersten Halbjahr 2013 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 66 Millionen Euro auf 401 Millionen Euro. Wie das Nürnberger Marktforschungsunternehmen GfK am Dienstag mitteilte, erreichten Downloads von Januar bis Juni damit einen Anteil von knapp 11 Prozent am Unterhaltungsmarkt, der im ersten Halbjahr 2013 um 3 Prozent gewachsen ist.

Das Geschäft mit elektronischen Büchern wächst rasant: Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum erhöhte sich der Umsatz hier um 68 Prozent auf 74 Millionen Euro. Die sogenannten E-Books machen 22 Prozent der Umsätze im Download-Markt aus. Musik ist mit 35 Prozent jedoch weiter das größte Segment.

Auch E-Book-Verweigerer werden langsam schwach

Mit einem Durchschnittsalter von 42 Jahren sind E-Book-Käufer deutlich jünger als Käufer von gedruckten Büchern. Hier liegt das Durchschnittsalter bei knapp 50 Jahren. Für die Verbraucher liegt der beste Preis für ein E-Book 40 Prozent unter dem für ein gedrucktes Buch. Basis der GfK-Analyse ist eine kontinuierliche Befragung von etwa 20.000 Konsumenten in Deutschland zu ihren Einkäufen unter anderem im Medienmarkt.

Die wachsende Beliebtheit von E-Books bestätigt auch eine aktuelle Studie des IT-Verbandes Bitkom. Demnach nutzen 29 Prozent der Bundesbürger E-Books. Zwischen Männern und Frauen gibt es bei der Nutzung digitaler Bücher wenig Unterschiede.

Unter den E-Book-Verweigerern kann sich laut Studie ein gutes Viertel (27 Prozent) vorstellen, künftig auch zum digitalen Buch zu greifen. Mehr als 70 Prozent der Befragten wollen aber vom E-Book nichts wissen. Viele (48 Prozent) wollen die sinnliche Wahrnehmung des Papiers nicht missen, genauso vielen (47 Prozent) ist der Preis der E-Book-Reader zu hoch. 43 Prozent mögen auch nicht auf dem Bildschirm lesen.

Gelesen wird am Computer

Bitkom hat in der repräsentativen Studie Ende August 2.500 Menschen ab 14 Jahren nach der Nutzung von E-Books befragt. E-Books werden kommende Woche auch ein Thema auf der Frankfurter Buchmesse (9. bis 13. Oktober) sein.

Von den E-Book-Nutzern kaufen fast zwei Drittel ihre Bücher auf den Webseiten von Online-Buch-Shops. Gelesen werden die meisten digitalen Büchern immer noch auf dem Computer. 77 Prozent nutzen dafür PC, Notebook oder Netbook. E-Books werden aber nach Angaben Bitkoms dann oft vom Computer auf ein anderes Lesegerät übertragen.

58 Prozent lesen E-Books auf Smartphones. Erst danach folgen Tablet Computer (21 Prozent) und spezielle E-Reader (18 Prozent), die meist ein angepasstes Display und deutlich längere Akkulaufzeiten haben.

Hohe Dunkelziffer bei illegalen Downloads

Hauptgrund für die Nutzung von E-Books ist deren leichte Verfügbarkeit. 69 Prozent lesen digital Romane und Erzählungen, ein Drittel auch Sachbücher und 30 Prozent Fachliteratur. Dahinter (28 Prozent) kommen Reisebücher.

In der Umfrage sagen zwei Drittel der digitalen Leser, dass sie noch nie ein Buch illegal erworben haben. Sechs Prozent räumen das ein. Etwa ein Viertel hüllt sich in Schweigen. "Es gibt eine hohe Dunkelziffer", meinte dazu Bitkom-Vizepräsident Achim Berg am Dienstag. Ihn hat noch eine andere Zahl überrascht. Entgegen Bergs Annahme erhöht das Lesen von E-Books nicht den allgemeinen Lesekonsum. Nur sechs Prozent sagen, dass sie mehr lesen als vorher.