Zwischen Lidl und der Deutschen Umwelthilfe tobt ein Streit um Einwegflaschen. Dem Discounter wird Verbrauchertäuschung vorgeworfen.

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) beklagt bei Lidl Einwegglasflaschen im Mehrweg-Look. Diese Flaschen würden im Getränke- und Lebensmittelhandel fälschlich als Mehrwegflaschen erkannt. Die Umwelthilfe erklärte, Lidl würde für jede in das Mehrwegsystem abgegebene Einwegflasche 25 Cent unrechtmäßigen Gewinn einstreichen. Die Zeche müssten die Verbraucher und die Träger des Mehrwegsystems zahlen.

"Dies ist illegal"

Der Verbraucher bekämen bei der Rückgabe in Getränke- und Supermärkten - wie Testkäufe der DUH ergeben hätten - in fast allen Fällen nur den üblichen Mehrwegpfandsatz von acht Cent, bei Lidl habe er aber den Einwegpfandsatz von 25 Cent pro Flasche bezahlt, kritisierte die Umwelthilfe. 

„Lidl und die mit Lidl zusammen arbeitenden Brauereien nutzen hier das gute Image von Mehrwegprodukten für den Vertrieb von Einwegflaschen. Dies ist illegal, da es zu einer Irreführung des Verbrauchers führt", sagte Rechtsanwalt Dr. Remo Klinger, Prozessvertreter der DUH. "Dies werden wir gerichtlich untersagen lassen."
Bis Ende der Woche habe Lidl Gelegenheit, den Verkauf des Getränks in diesen Einweg-Glasflaschen einzustellen, erklärte die DUH. Sollte diese Frist verstreichen, wolle die DUH Klage wegen unlauteren Wettbewerbs gegen den Discounter einreichen.

Lidl wehrt sich

Lidl hat den Vorwurf der Verbrauchertäuschung scharf zurückgewiesen. Der Discounter erklärte, ausschließlich pfandpflichtige Einweggetränke zu verkaufen, die auf dem Etikett das Kennzeichen der Deutschen Pfandsystem GmbH (DPG) tragen. Damit seien die Flaschen eindeutig als Einwegpfandgebinde gekennzeichnet.

Beim Verkauf werde das gesetzlich festgelegte Einwegpfand in Höhe von 25 Cent erhoben, heißt es in der Erklärung von Lidl am Stammsitz Neckarsulm. Der Kunde werde beim Einkauf auf dem Preisschild ausdrücklich darauf hingewiesen.
Ein Lidl-Sprecher erklärte: "Diese Getränkeverpackungen werden bei der Rücknahme mit einem Einwegrücknahmeautomaten über den Barcode als einwegpfandpflichtige Verpackungen erkannt und somit der Einwegpfandbetrag von 25 Cent pro Gebinde rückerstattet."