Die Umsätze und die Anzahl der Gartencenter in Deutschland wächst unaufhaltsam. Ein Ende des grünen Booms ist einer neuen Statistik zufolge nicht absehbar

Der Gartenboom dauert an: Am stärksten zugelegt hat bei der Anzahl der Gartencenterstandorte die Sagaflor (+46), gefolgt von Obi (+26) und Praktiker (+24). Bei allen drei Unternehmen ist diese Entwicklung in erster Linie auf die Auslandsexpansion oder die Aufnahme ausländischer Mitglieder zurückzuführen, so das Ergebnis der „Garten-Statistik“ der Fachzeitschrift diy.

Das Fachmagazin für die Do-it-yourself-Branche hat die Zahlen im Vorfeld der diesjährigen "Spoga"-Messe in Köln veröffentlicht. Demnach sind die Umsätze im deutschen Gartenmarkt im vergangenen Jahr zum zweiten Mal nacheinander gestiegen und betragen nun 14,92 Milliarden Euro.

Damit sei erstmals wieder die Marke des Jahres 2000 übertroffen worden. Auffallend ist nach Meinung der Statistiker, dass sich die internen Anteile von „Lebendes Grün“ und „Gartenbedarf“ praktisch nicht verändert haben. Der Flächenumsatz der erfassten 14 Gartencenterbetreiber liegt im Schnitt bei 1.431 Euro pro Quadratmeter.

Baden-Württemberger sind besondere Gartenfreunde

Gartencenter-Expansionsräume in Deutschland sind vor allem die Ballungsgebiete, also die Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen sowie die Großstädte München, Köln und Frankfurt/Main, das Saarland sowie das Flächenland Baden-Württemberg: Im „Ländle“ wurden binnen eines Jahres per Saldo 16 neue Gartencenter eröffnet, mehr als in jedem anderen Bundesland.

In den Bundesländern gab es aber auch vereinzelt Verluste: So zählt die Statistik aktuell in Niedersachsen insgesamt 32 Gartencenter weniger als noch vor Jahresfrist.

Schweiz mit 20 neuen Standorten

15 deutsche Gartencenterbetreiber engagieren sich der Statistik zufolge im europäischen Ausland in insgesamt 23 Ländern. Mitte 2009 waren dies insgesamt 59 Gartencenter mehr als noch im Juli 2008. Das Expansionsland Nummer Eins ist, wenn auch mit leichten Verlusten, nach wie vor Österreich mit 150 Standorten, gefolgt von Tschechien und Polen. Der größte Sprung nach vorne erfolgte in der Schweiz mit einer Zunahme von 20 Standorten.

Weitere Entwicklungsschwerpunktländer sind Italien, Ungarn und Rumänien. Auffallend sind nach Meinung der Experten die weißen Flecken derjenigen Länder, in die man bisher nicht expandierte: Frankreich, Portugal, Großbritannien und Irland im Westen, Serbien, Albanien, Moldawien, Weißrussland sowie alle drei Baltischen Staaten im Osten.

Obi mit meisten Auslandsstandorten

Die meisten Auslandsstandorte in einem Land überhaupt hat Obi in Italien mit 43 Märkten. Das Wermelskirchener Unternehmen betreibt auch generell mit Abstand von allen Gartencenterbetreibern die meisten Standorte außerhalb Deutschlands (202), gefolgt von Praktiker und Bauhaus.

Von den Gartencenterfilialisten ist nur Dehner im Ausland aktiv (Österreich), von den Kooperationen immerhin sechs und von den Baumärkten sieben Unternehmen.