Auch 2010 konnten die Versender ihren Umsatz dank des Onlinehandels wieder kräftig steigern. Die größten Gewinner sind die Herstellerversender. Verlierer gibt es ohnehin keine.  

Wie erwartet hat der Online- und Versandhandel im Jahr 2010 mit einem Umsatz von 30,3 Milliarden Euro erstmals die Marke von 30 Milliarden Euro geknackt. Das entspricht einem Plus von 1,2 Milliarden Euro oder 4,1 Prozent im Vergleich zum Jahr 2009, wie der Bundesverband des Deutschen Versandhandels (bvh) meldet. Der Anteil am Einzelhandel stieg damit um 0,4 Prozent auf den neuen Spitzenwert von 7,8 Prozent.

Besonders stark entwickelte sich abermals das Onlinegeschäft: Der Umsatz stieg um 2,8 Milliarden auf 18,3 Milliarden Euro. Der Umsatz über den Vertriebskanal Internet stieg von 53,3 Prozent im Jahr 2009 auf 60,4 Prozent.

Internet für Alle

"Forciert wird die Entwicklung durch eine stärkere Breitbanddurchdringung und eine
zunehmende Internetaffinität aller Altersgruppen", erläutert bvh-Präsident Thomas Lipke, der auch Geschäftsführer des Hamburger Multi-Channel-Versender Globetrotter Ausrüstung ist. "Außerdem ist dank eines rasant wachsenden Smartphone-Marktes und den damit verbesserten Zugangsmöglichkeiten ins mobile Internet und damit zu Mobile-Commerce-Angeboten das Einkaufen online nun von überall und jederzeit möglich."

Frauen seien mit einem Anteil von 58 Prozent der Bestellvorgänge gegenüber den männlichen Kunden mit einem Anteil von 42 Prozent deutlich versandhandelsaffiner. Sie stehen für einen Jahresumsatz von 18,6 Milliarden Euro, die männlichen Kunden bringen es auf 11,2 Milliarden Euro.

Multichannel ist weiblich

"Hervorzuheben sind hier noch die Multichannel-Versender, die sich als Zugpferde für die weibliche Klientel erweisen, denn die Kundinnen sorgen bei diesen Versendern allein für 11 Milliarden Euro Umsätze. Der männliche Anteil schafft es hier gerade einmal auf 4,3 Milliarden Euro", berichtet Lipke. "Dafür bestellen die Männer mehr bei reinen Onlinehändlern."

Im Jahr 2010 habe es zudem vier eindeutige Spartengewinner gegeben, die ihre Umsätze online im zweistelligen Bereich steigern konnten. Die Herstellerversender legten demnach 2010 gegenüber dem Vorjahr um 42,6 Prozent zu, die Apothekenversender um 33,3 Prozent und die reinen Onlinehändler, die sogenannten Internet-Pure-Player, um 27,9 Prozent. Die Multichannel-Anbieter konnten im vergangenen Jahr ihren Onlineumsatz um 14,7 Prozent steigern.

Umsatzbringer Mode

Die mit Abstand umsatzstärkste Warengruppe im Internet ist mit einem Volumen von 12,65 Milliarden Euro das Segment Bekleidung, Textilien und Schuhe. Platz zwei nehmen Medien, Bild- und Tonträger ein – wenn auch mit einem leichten Rückgang im Jahresvergleich um minus 3,9 Prozent auf 2,95 Milliarden Euro. An dritter Stelle rangiert die Unterhaltungselektronik mit 2,65 Milliarden Euro Umsatz.

Im Jahr 2010 wurden aber nicht nur Waren im Wert von 18,3 Milliarden Euro geordert, sondern auch digitale Dienstleistungen wie Tickets für Veranstaltungen, Fahrkarten oder Entertainment: Deren Wert stieg um 800.000 Euro oder 13 Prozent auf 7 Milliarden Euro im Vergleich zu 2009.

Der Verband schätzt, dass der gesamte Versandhandelsumsatz in diesem Jahr um 5,5 Prozent zulegen und insgesamt 31,9 Milliarden Euro betragen wird. Das E-Commerce-Volumen werde 2011 voraussichtlich um 15,5 Prozent wachsen.

Wer ist Ihr Favorit im Onlinehandel?
Wählen Sie hier den Online-Entrepreneur 2011!