Die Förderbank KfW meldet rückläufige Zusagen bei der Unternehmensfinanzierung. Viele Firmen stecken jedoch offenbar Geld in Energiespar-Maßnahmen.

Die Mittelständler in Deutschland investieren in Energieeffizienz: Das lassen zumindest die neuesten Zahlen der staatlichen Förderbank KfW vermuten, die der Vorstand der Bankengruppe in Frankfurt vorgestellt hat. Im vergangenen Jahr kletterte das Fördervolumen im Bereich der gewerblichen Energieeffizienz von 3,2 auf 3,8 Milliarden Euro.

Auch bei der Förderung von Firmengründungen habe man mit 3,7 Milliarden Euro im Vergleich zu 2,8 Milliarden Euro im Vorjahr ein starkes Ergebnis erzielt, gab die Bankengruppe bei der Vorstellung der Ergebnisse für das Förderjahr 2015 bekannt.

Bei den allgemeinen Unternehmensfinanzierungen gingen die Zusagen hingegen zurück, von 7,6 auf 6,6 Milliarden Euro. "Das liegt zum einen daran, dass in den Jahren 2013 und 2014 Unternehmerkredite außerordentlich stark nachgefragt waren, und dass 2015 erstmals deutlich mehr Gründerkredite abgerufen wurden", begründete KfW-Vorstandsmitglied Ingrid Hengster den Rückgang.

Digitalisierung des Firmenkundengeschäfts kommt 2017

Die Bank will Firmenkunden über eine neue digitale Plattform schnellere Bearbeitungszeiten ermöglichen. Doch die Umsetzung dauert: Wer als Firma Interesse an einer Förderung hat, kann ab 2017 mit einer schnelleren Bearbeitung rechnen.

Derzeit befindet sich die KfW laut Aussage von Hengster in der Pilotphase. Man habe zwei Pilotpartner definiert, die man noch nicht öffentlich nennen wolle, sagte Hengster. Ab Mitte 2016 sollen dann die Antragsprozesse für zwei der am häufigsten nachgefragten Produkte, dem Unternehmerkredit und dem ERP Regionalförderprogramm, digital laufen. Im Jahr 2017 würden dann sämtliche anderen Banken und Produkte für Firmenkunden auf die digitale Plattform aufgeschaltet.

Dass die Umsetzung des digitalen Angebots im Firmenkundenbereich so lange dauert, begründet Hengster mit der höheren Komplexität der Firmenkunden-Produkte. Im Privatkundenbereich ist die Digitalisierung des Fördergeschäfts bereits weit fortgeschritten. Jede zweite Kreditzusage erfolge im Bereich Wohnen online und innerhalb weniger Sekunden.

KfW-Fördervolumen steigt

Die KfW-Finanzierungen sind nicht nur bei Unternehmen gefragt: Das gesamte Fördervolumen der Bankengruppe ist im vergangenen Jahr um 7 Prozent auf 79,3 Milliarden Euro gestiegen. Dabei macht das inländische Fördergeschäft mit einem Zuwachs um 6 Prozent auf 50,5 Milliarden Euro den größten Anteil der Zusagen aus.