Für 2002 sind deutlich weniger Hard- und Softwareprojekte geplant. Die Ausgaben für E-Commerce und IT-Dienstleistungen sollen nächstes Jahr steigen.

Obwohl kein Zweifel mehr an der Zukunft der digitalen Informationsgesellschaft besteht, erweisen sich die Firmen angesichts der aktuellen Konjunkturentwicklung gegenwärtig alles andere als innovationsfreudig. Einer Befragung des Karlsruher IT-Dienstleisters Orga zufolge wollen die befragten 717 Mittelstands- und Großunternehmen ihr Engagement bei neuen IT-Lösungen im Vergleich zum letzten Jahr deutlich zurückschrauben.

Nur noch 17% werden demnach 2002 eine "offensive" Innovationsstrategie verfolgen, mehr als die Hälfte der Firmen bezeichnet ihre Technikplanungen für nächstes Jahr jedoch als "defensiv". Durchschnittlich wollen die Unternehmen ihre IT-Budgets im nächsten Jahr nur noch um 2,2% steigern, nachdem in der jüngeren Vergangenheit noch deutlich höhere Wachstumsraten bestanden.

Besonders stark schlagen sich die beabsichtigten Einschnitte bei den Hardwareprojekten nieder. Sie sollen der Erhebung der Orga zufolge um mehr als 11% zurückgefahren werden. Auch das Interesse an neuen Softwarelösungen ist kräftig gesunken und wird den Planungen für 2002 zufolge ein Minus von 6% erreichen. Dagegen sollen IT-Dienstleistungen stärker als bisher in Anspruch genommen werden und um mehr als 5% steigen. Ein noch positiveres Bild geben die Investitionsabsichten für Projekte im Bereich Internet und Electronic Commerce ab. Hier sind Mehrausgaben von 11% vorgesehen.

"Angesichts der unklaren konjunkturellen Entwicklung werden sich die Unternehmen vor allem auf eine Konsolidierung ihrer bestehenden IT-Infrastruktur konzentrieren und bei den Investitionen in neue Lösungen Zurückhaltung üben", interpretiert der Orga-Geschäftsführer Gerhard Schoch die Ergebnisse. Erst wenn deutliche Signale für eine Erholung der Wirtschaft bestehen, wird seiner Einschätzung nach die momentane Zurückhaltung wieder aufgegeben. "Dann ist durch den gegenwärtigen Investitionsstau sogar wieder mit einem deutlichen Wachstum zu rechnen", blickt Schoch positiv in die Zukunft. (ST)


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