Der Datenschutz wird in deutschen Unternehmen nicht ernst genug genommen, zeigt eine Studie. Es mangelt insbesondere an Schulungen für die Mitarbeiter.

Zwar haben viele Firmen die entsprechenden gesetzlichen Vorgaben formal umgesetzt, verzichten aber weitgehend darauf, ihre Mitarbeiter zu schulen, hat die Unternehmensberatung PricewaterhouseCoopers (PwC) in einer Studie herausgefunden.

Unachtsamkeit und Unwissenheit sind nach Einschätzung von PwC die Hauptursachen für Verstöße gegen die Bestimmungen. Rund 80 Prozent der größeren Unternehmen haben demnach eine Datenschutzrichtlinie oder eine entsprechende Betriebsvereinbarung beschlossen. Datenschutzschulungen gebe es aber nur in jedem vierten Betrieb, berichtet PwC.

Die Datenschützer beklagten zudem eine ungenügende Ausstattung ihrer Abteilungen. Nur jedes fünfte Unternehmen leiste sich einen Vollzeit-Datenschutzbeauftragten, der zudem häufig als Einzelkämpfer zurechtkommen müsse.

Datenschutz kostet Geld

"Diese Unternehmen gehen ein erhebliches Risiko ein, denn das Bundesdatenschutzgesetz schreibt vor, dass die Geschäftsleitung den Datenschutzbeauftragten mit den erforderlichen Ressourcen ausstattet", sagte die PwC-Partnerin und Datenschutzexpertin Birthe Görtz. Davon könne keine Rede sein, wenn ein einziger Datenschützer einen Betrieb mit mehreren tausend Mitarbeitern überwachen soll.

Grundlage der Analyse ist laut PwC eine Umfrage von TNS Emnid bei 230 Datenschutzbeauftragten innerhalb der 1.000 größten Unternehmen in Deutschland.