Die Marktforscher der Meta Group erwarten, dass bis 2003 rund 85% der Global-2000-Unternehmen ein so genanntes Enterprise Portal eingeführt oder zumindest eine entsprechende Initiative hierzu gestartet haben. Allerdings gebe es von Anbieterseite nur spezialisierte Nischenprodukte und keine Gesamtlösungen.

Die Marktforscher der Meta Group erwarten, dass bis 2003 rund 85% der Global-2000-Unternehmen ein so genanntes Enterprise Portal eingeführt oder zumindest eine entsprechende Initiative hierzu gestartet haben.

Nach Angaben der Meta Group würden dafür durchschnittlich rund 1 Mio. DM je Portal aufgewendet werden. Doch der wachsenden Nachfrage stünde bisher ein stark segmentierter Markt mit einer Vielzahl von spezialisierten Nischenprodukten gegenüber. Und das wäre ein Umstand, der Entscheider zögern und Investitionsentscheidungen zum Wagnis werden lasse.

Getrieben würde der Wunsch nach dem Einsatz von Enterprise Portals durch Faktoren wie den zunehmenden Informations-Überfluss in den meisten Intranets und die gestiegenen Anforderungen in Bezug auf die Zusammenarbeit in verteilen Projekten und virtuellen Teams. Um diesen Herausforderungen der "E-conomy" gewachsen zu sein, würden Unternehmen Lösungen benötigen, die den Mitarbeitern die zur Erfüllung ihrer Aufgaben notwendigen Informationen schnell und leicht verständlich zur Verfügung stellen. Ziel sei es, dem Anwender die passenden Informationen zur richtigen Zeit, im richtigen Kontext und am richtigen Ort zu präsentieren und es ihm so zu ermöglichen, eine Entscheidung zu treffen, ein Problem zu lösen oder eine Transaktion auszuführen.

Was sich als theoretische Forderung zunächst so trivial anhört, ist jedoch eine überaus komplexe Integrationsaufgabe, die mit Hilfe von Unternehmens-Portalen gelöst werden soll. Als zentraler Einstiegspunkt für die Benutzer eines Intranets oder Extranets soll ein personalisiertes Enterprise-Portal sowohl strukturierte als auch unstrukturierte Daten aus den unterschiedlichsten Quellen innerhalb und außerhalb des Unternehmens erzeugen. Die Portale stellen dabei nicht nur kontextbezogene Inhalte zur Verfügung, sondern auch zusätzliche Dienstleistungen, Diskussionsforen und Anwendungen, die sie von einer einzigen Plattform aus zugänglich machen.

Die Meta Group weist in diesem Zusammenhang auf die unterschiedlichsten Anforderungen hin, die weit über Grundfunktionen wie komplexe Suchfunktionen und personalisierte Aggregation von Informationen hinausgehen würden. Funktionalitäten aus den Bereichen Knowledge Management, Data Warehouse und Business Intelligence seien ebenso gefordert wie Kollaboration und der Zugriff auf ERP-Systeme.

Der Markt habe auf diese unterschiedlichen Anforderungen entsprechend reagiert und eine Vielzahl von Portal-Produkten und Werkzeuge vorgestellt, die Schwerpunkte in einzelnen der angesprochenen Bereiche setzen oder sich auf bestimmte Arten von Informationen bzw. Daten spezialisieren. Sie würden sich als "Decision Portals" (Business Intelligence), "Publishing Portals" (Knowledge/Document Management) oder "Collaborative Portals" nennen. Spezifische Stärken hätten Sie in ihren Kernbereichen - eine umfassende Lösung könnten sie jedoch nicht bieten.

Entsprechend der inhaltlichen Spezialisierung wäre auch eine starke Segmentierung des Marktes erfolgt. Da die Geschäftsrelevanz und der ROI (Return on Investment) der einzelnen Portalansätze in der Regel unklar seien und die Anwender zunehmend übergreifende Lösungen fordern, geht die Meta Group laut ihrem Consultant Dirk Zimmermann davon aus, dass bis 2003 monofunktionale Portale durch "Portal Frameworks" ersetzt würden und eine Konsolidierung des Marktes stattfindet. "Portal Frameworks" stellen Lösungsrahmen dar, die auf allgemeinen und übergreifenden Portal Services basieren, welche sich durch zusätzliche Plug-ins den spezifischen Bedürfnissen der Anwender anpassen lassen.

Erst um 2003/04, so Dirk Zimmermann weiter, würden sich nach Ansicht der Meta Group zwei Portal Frameworks am Markt durchsetzen können - eines davon basierend auf Enterprise Java Beans, das andere auf Microsoft Standards. Welche Anbieter sich dabei behaupten werden, sei noch nicht abzusehen. Klar wäre jedoch, dass sich die meisten Anbieter zukünftig entweder auf die Entwicklung von Frameworks oder auf spezialisierte Plug-ins zur Integration in die Frameworks spezialisieren würden, um am Markt bestehen zu können.

Um vor diesem Hintergrund ihre Investitionen abzusichern, rät die Meta Group allen Anwendern, sich bei der Einführung von Enterprise Portals zunächst auf ein begrenztes Anwendungsgebiet zu beschränken und sich auf Basisfunktionalitäten mit möglichst hohem Nutzen und entsprechend hohem Kapitalrückfluss zu konzentrieren. Dazu sei es erforderlich, sich von der häufig anbieterzentrierten Sichtweise zu lösen und in enger Zusammenarbeit mit den Anwendern herauszufinden, welche Daten und Dienstleistungen in einer neuen und auf die Notwendigkeiten sowie Strukturen der Anwenderunternehmen ausgerichteten Sichtweise erzeugt werden müssen. (RS)


FIRMENPROFIL:

Die Meta Group ist ein unabhängiges, weltweites IT-Assessment- und Consulting-Unternehmen, das sich auf die Analyse und Beratung im Bereich der Informationstechnologie bei großen Anwendern und Herstellern spezialisiert hat. Das Angebot umfasst Infusion-Programme, Subskriptions-Services, Consulting, Benchmarking, Mergers & Acquisitions Service, Marktforschung und Publikationen zu allen Themenbereichen im IT-Umfeld, von neuen Technologien über zukünftige Trends bis hin zu den wirtschaftlichen und organisatorischen Herausforderungen. Der Fokus liegt auf einer breiten Servicepalette und sehr individuellem Service, der dem Kunden nicht nur Informationen liefert, sondern bei der Entscheidungsfindung unterstützt ("Analysis in Context"). Die Meta Group berät über 2.500 Kunden weltweit und hat ihren Stammsitz in Stamford, Connecticut, USA.


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