Imagepflege sieht anders aus: Das "Unwort des Jahres 2009" hat seinen Ursprung in einer Äußerung eines Mitarbeiters im Einzelhandel. Es betrifft die Arbeitnehmervertretung.

Der Begriff "Betriebsratsverseucht" wurde von einer Jury um den Frankfurter Sprachwissenschaftler Horst Schlosser zum "Unwort des Jahres 2009" gekürt. "Die Wahrnehmung der Arbeitnehmerinteressen als Seuche zu bezeichnen ist ein sprachlicher Tiefpunkt im Umgang mit Lohnabhängigen", hieß es in der Begründung.

Das Unwort kommt ausgerechnet aus dem Einzelhandel: Ein Mitarbeiter der Baumarktkette Bauhaus hatte den Begriff in einer Sendung des "ARD"-Magazins "Monitor" geprägt. Er berichtete, das Wort werde dann verwendet, wenn Kollegen aus einer Filiale mit Betriebsrat in eine ohne wechseln wollten.

"Dort könnte ihn vorgehalten werden, dass sein bisheriges Vertrauen in eine Arbeitnehmervertretung die Einstellung gefährde", so die Erläuterung. Der Mitarbeiter habe diese Aussage eidesstattlich versichert.

Weiterer Tiefschlag für das Branchenimage

Nach den aktuellen Skandalen um Dumpinglöhne bei Schlecker, Mitarbeiterüberwachung in Märkten des Edeka-Unternehmers Peter Simmel sowie den Verdacht auf großflächige Preisabsprachen im Lebensmittelhandel ist der Beitrag zum "Unwort des Jahres" ein weiterer Tiefschlag für das Image der Handelsbranche