Immer mehr Käufer von Spielzeug wandern ins Internet ab. Die Verbundgruppe Vedes richtet entsprechend ihre Geschäfte aus - und will dadurch den Umsatz retten.

Vedes will künftig verstärkt auf den Onlinehandel setzen und damit in diesem Jahr ein Umsatzwachstum von ein bis zwei Prozent erreichen. Die bisherige Geschäftsentwicklung der Verbundgruppe stimme zuversichtlich, berichtete Vorstandschef Thomas Märtz am Freitag in Nürnberg. Bis Ende Mai - also lange vor dem wichtigen Weihnachtsgeschäft - habe sich der Umsatz mit dem Spielwarenverkauf in den 1.150 Vedes-Mitgliedsgeschäften auf Vorjahresniveau bewegt. Händler würden nach schwacher Nachfrage zum Jahresende 2012 inzwischen kräftig ordern.

Mit dem Einstieg in den Onlinehandel reagiert der Vedes-Konzern nach Angaben von Vertriebsvorstand Achim Wenger auf die wachsende Bedeutung des Internetgeschäfts im Spielwarenhandel. Inzwischen werden 20 bis 25 Prozent des Branchenumsatzes online gemacht.

Der Fachhändler vor Ort profitiert

Beim Internetgeschäft arbeitet der Spielzeughändler inzwischen mit rund 120 Mitgliedsunternehmen zusammen. Die Vedes-Gruppe stellt dabei den Laden im Internet, die Bestellungen werden aber über einen Vedes-Fachhändler in Kundennähe abgewickelt. Damit sei garantiert, dass der Onlineumsatz vom Fachhändler vor Ort gemacht werde.

Wegen des wegbrechenden Geschäfts beim Spielwarenhandel vor Ort
hatte Vedes im vergangenen Jahr Einbußen hinnehmen müssen. Der Umsatz der angeschlossenen Spielwarenhändler (Thekenumsatz) schrumpfte europaweit um 1 Prozent auf 477 Millionen Euro. In Deutschland verringerte sich der Verkaufserlös entgegen dem Branchentrend um 1,5 Prozent auf 562 Millionen Euro, berichtete Märtz. Den Konzerngewinn vor der Ausschüttung an die Mitglieder bezifferte er mit 4 Millionen Euro - 1,4 Millionen weniger als 2011.

Beim Weihnachtsgeschäft setzt Vedes vor allem auf Trends, die von Kinderfilmen und TV-Serien gesetzt werden. Umsatzhoffnungen verbindet das Unternehmen auch mit den in diesem Jahr neu auf den Markt kommenden Computer-Spielkonsolen.