Der neu gegründete Bundesverband Deutscher VersandapothekerInnen (BVDVA) vertrete die Interessen einer verschwindend kleinen Anzahl von Apothekern. Darauf weist die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) hin.

Der neu gegründete Bundesverband Deutscher VersandapothekerInnen (BVDVA) vertrete die Interessen einer verschwindend kleinen Anzahl von Apothekern. Darauf weist die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) hin. Mit der Gründung werde versucht, das bewährte deutsche System der Arzneimittelversorgung vom Ausland aus zu zerstören. Der BVDVA wurde am 27. April 2002 in Köln gegründet.

Nach Ansicht des ABDA seien die Argumente des Vorsitzenden für die Gründung des Verbandes nur vorgeschoben. Weder bestehe mangelnde Rechtssicherheit für die deutschen Apotheker hinsichtlich des Versandhandels, noch hätten sie sich in der Vergangenheit einem konstruktiven Dialog mit Politik und Gesellschaft verweigert.

Vielmehr vermutet ABDA-Präsident Hans-Günter Friese, dass der BVDVA-Vorsitzende Thomas Kerckhoff mit der Verbandsgründung eigene Interessen verfolge. Schließlich sei er Geschäftsführer der schweizerischen MediService AG, die dort ohne nennenswerten Erfolg Medikamente via Versandhandel vertreibe. Um in Deutschland ein System von Kettenapotheken zu errichten, würde die Zerstörung der unabhängigen Individual-Apotheken angestrebt. Dies hätte aufgrund von Konzentrationsprozessen nicht nur fatale Auswirkungen auf die Arzneimittelversorgung der Bevölkerung. Auch eine Steigerung der Arzneimittelpreise würde durch oligopolistische Marktstrukturen wahrscheinlich.

Statt Mehrwertsteuer-Differenzgeschäfte zu Lasten der Arzneimittelsicherheit zu legalisieren, sollte der Gesetzgeber den langjährigen Forderungen nachkommen, den Mehrwertsteuersatz auf Arzneimittel zu ermäßigen und damit den europäischen Wettbewerbern anzugleichen, so Friese.

Die ABDA - Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände verweist zudem auf die Ablehnung des Arzneimittel-Versandhandels durch die deutsche Bevölkerung. Diese sehe der ABDA nicht nur bestätigt durch den Erfolg der Unterschriftenaktion im Rahmen der Initiative "Pro Apotheke", sondern auch durch Online-Umfragen wie die der Verbraucherzentrale Thüringen: Dort hätten sich über 82% der Befragten gegen die Bestellung von Arzneimitteln im Internet ausgesprochen. (ST)


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