Der Direktmarketingverband erstattet Strafanzeige. Illegaler Handel mit Kontodaten seien „branchenschädigende Einzelfälle”.

Im Falle des am Dienstag von der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein gemeldeten Datenmissbrauchs hat der Deutsche Dialogmarketing-Verband  (DDV) am gestrigen Mittwoch bei der führenden Staatsanwaltschaft Mönchengladbach Strafanzeige erstattet.

Der Verband legt in einer Pressemitteilung Wert darauf, die Ermittlungen auf ausnahmslos alle Unternehmen zu erstrecken, die in die branchenschädlichen und rechtswidrigen Machenschaften verwickelt sind.

„Schlicht und einfach kriminell”

Bereits am Dienstagabend hatte Patrick Tapp, Vizepräsident Public Affairs und Verbraucherdialog im DDV, gegenüber dem Norddeutschen Rundfunk betont: „Dieser Vorgang ist strafbar. Das hat mit Dialogmarketing nichts zu tun, das ist schlicht und einfach kriminell.”

Der Verband setzt alles daran, den Ermittlungsbehörden bei der Aufklärung dieses Missbrauchs zu helfen und die Verbraucherzentrale dabei zu unterstützen, „solchen Einzelfällen sofort den Riegel vorzuschieben”.

Bei der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein waren mehrere Beschwerden über unrechtmäßige Abbuchungen eingegangen, die vermutlich auf den illegalen Handel mit Kontodaten zurück zu führen sind. Auch der DDV hatte einen Hinweis erhalten.

Tapp warnt allerdings davor, von einem kriminellen Unternehmen, das sich durch illegalen Datenhandel strafbar macht, auf das Adressgeschäft generell zu schließen. „Strafbarer Datenmissbrauch hat mit seriösem Adressgeschäft so wenig zu tun, wie ein Bankraub mit der morgendlichen Bargeldabhebung bei der Hausbank.”

Rechtslage im Adressgeschäft eindeutig

Die Rechtslage zum Adressgeschäft ist eindeutig vom Bundesdatenschutzgesetz vorgegeben. Die im Bereich „Adresse” tätigen Mitgliedsunternehmen des DDV müssen bei ihrem Beitritt im Verband eine Verpflichtungserklärung unterzeichnen, in der sie mit ihrer Unterschrift belegen, dass sie sich an geltendes Recht halten.

Darüber hinaus müssen sich die im Adressgeschäft tätigen Councilmitglieder im DDV  entsprechend zertifizieren lassen, um den Marktpartnern Datenschutz-Transparenz zu signalisieren, und unterwerfen sich dazu jährlichen Kontrollen.

Die in diesem Fall von Datenmissbrauch nach dem aktuellen Kenntnisstand beschuldigten Unternehmen sind nicht Mitglied im DDV.