Selten zuvor war das Konsumklima in Deutschland so prächtig wie jetzt. Dafür braucht es nicht einmal eine Fußball-Weltmeisterschaft. Die Verbraucher haben Vertrauen in die Konjunktur - und erwarten höhere Einkommen, hat die GfK festgestellt.

Kurz vor Beginn des Sommerschlussverkaufs ist das eine gute Nachricht für den Einzelhandel: Die Verbraucher bleiben in guter Stimmung, hat die GfK ermittelt. Die Nürnberger Konsumforscher prognostizieren für August einen Anstieg ihres Konsumklima-Gesamtindikators auf 9 Punkte nach 8,9 Punkten im Juli. Dies ist der höchste Wert seit Dezember 2006, als 9,1 Punkte zu Buche standen.

Daher hält GfK an ihrer zu Jahresbeginn gemachte Prognose fest, wonach der reale private Konsum in diesem Jahr um 1,5 Prozent zulegen wird. "Die Binnenkonjunktur ist auf Kurs und wird in diesem Jahr eine wesentliche Stütze der konjunkturellen Entwicklung in Deutschland sein", schreiben die Nürnberger und verweisen hier speziell auf den privaten Konsum als treibende Kraft.

Mehr Geld im Portemonnaie erwartet

Die Einkommenserwartung der Deutschen klettert sogar auf einen neuen Höchstwert seit der Wiedervereinigung. Der Indikator legt im Juli um 7,5 Punkten deutlich zu und klettert damit auf 54,7 Punkte. Seit 1991, als mit der Erhebung der Stimmung in Gesamtdeutschland begonnen wurde, ist kein besserer Wert gemessen worden.

Die Konjunkturerwartung ist fast so groß wie im Juli. Dagegen ist die die Anschaffungsneigung etwas gesunken - freilich auf hohem Niveau, wie die GfK schreibt. Mit einem Wert von aktuell 45,9 Punkten verliert der entsprechende Indikator nur 0,3 Zähler und liegt damit fast auf dem Drei-Jahres-Hoch, das er im Vormonat erreichte.

Internationale Krisen? WM? Alles egal!

Die Anschaffungsneigung sank hingegen im Juli etwas. Der Indikator verliert 2,2 Punkte und weist nun 51 Punkte auf. Damit sind die Bundesbürger weiterhin in bester Kauflaune.

Unterm Strich bleiben die Verbraucher trotz der Eskalation der Krisen in Israel und der Ukraine auch in diesem Sommer überaus optimistisch, resümiert die GfK. Der WM-Sieg der deutschen Fußball-Nationalmannschaft in Brasilien zeige offenbar keine Wirkung. "Damit scheint sich die vorher geäußerte Vermutung zu bestätigen, wonach die große Euphorie im Land durch den WM-Titel kaum Effekte auf die Konsumstimmung haben wird, da deren Niveau ohnehin bereits überaus hoch ist", schreiben die Konsumforscher.