Der Konsument ist ein Phänomen: Täglich häufen sich die Meldungen über weltwirtschaftliche Probleme - aber der Konsumstimmung in Deutschland schadet das nicht. Nur die Konjunktur bereitet den Verbrauchern Sorge.

Eurokrise, Rezessionsängste, und der neue Ifo-Geschäftsklimaindex sank zum dritten Mal in Folge - im September nun um 1,2 auf 107,5 Punkte. Die wirtschaftliche Lage in Deutschland war schon besser.

Erstaunlicherweise wirkt sich das auf Stimmung unter den Verbrauchern bisher noch nicht negativ aus. Der monatliche GfK-Konsumklimaindex prognostiziert für Oktober den Wert von 5,2 Punkten - das entspricht genau dem Septemberniveau.

Geld werthaltig investieren

Die Anschaffungsneigung der Verbraucher nimmt indes leicht ab. Der Indikator verliert 7,2 Zähler und weist nun 29,7 Punkte auf. Das entspricht in etwa dem Vorjahresniveau. Trotz der aktuellen Verluste ist das Niveau des Indikators noch immer ausgesprochen gut. Dafür sorgt auch die stabile Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt.

Damit würden die positiven Effekte der Schuldenkrise auf die Anschaffungsneigung überlagert, stellen die GfK-Forscher fest. Zuletzt hatte der Glaube an die Stabilität in die Währung im Euro-Raum abgenommen. "Folglich tendierten viele Konsumenten dazu, ihr Geld eher in werthaltige Anschaffungen zu investieren als es auf die hohe Kante zu legen."

Auch die Einkommenserwartung verbesserte sich im September. Mit einem Plus von 7,5 Punkten kann der entsprechende Indikator die Verluste aus dem Vormonat mehr als kompensieren und sein ohnehin hohes Niveau auf aktuell 35,1 Zähler steigern. Der Grund dafür ist für die GfK die gute und weiterhin stabile Beschäftigungslage in Deutschland. Ein beträchtlicher Teil der Arbeitnehmer könne in diesem Jahr reale Einkommenszuwächse verzeichnen.

Das würden auch die Zahlen des Statistischen Bundesamtes für das zweite Quartal belegen, wonach die Reallöhne durchschnittlich bereits um 1,9 Prozent angestiegen sind. Hinzu käme, dass durch die steigende Beschäftigung die Angst vor Jobverlust, und damit vor möglichen Einkommenseinbußen, schwinde.

Angst vor dem Konjunkturabschwung

Bei der Konjunkturerwartung sind die Verbraucher allerdings immer pessimistischer.  Nach dem Minus von 31,2 Punkten im Vormonat verliert der Indikator laut GfK im September noch einmal 8,6 Zähler und weist aktuell 4,8 Punkte auf. Einen niedrigeren Wert gab es zuletzt im Mai 2010. Damit liegt er weiter über seinem langjährigen Durchschnittswert von 0 Zählern.

Die Ergebnisse sind ein Auszug aus der Studie "GfK-Konsumklima MAXX" und basieren auf monatlich rund 2.000 Verbraucherinterviews, die im Auftrag der EU-Kommission durchgeführt werden.