Die Deutschen geben ihren Innenstädten die Schulnote Drei plus. Das zeigt, dass Einiges besser werden kann. Kaufhof-Mastermind Lovro Mandac nutzt diese Gelegenheit, seine alte Forderung zu wiederholen.

Demografischer Wandel, Digitalisierung, verändertes Konsumentenverhalten - die deutschen Innenstädte stehen vor großen Herausforderungen. Trotzdem mögen die Verbraucher ihre Stadtzentren - haben aber auch Kritik. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung des Kölner Instituts für Handelsforschung Köln (IFH), mit den Kooperationspartnern Bundesvereinigung City- und Stadtmarketing Deutschland, Handelsverband Deutschland, Galeria Kaufhof sowie zwölf Industrie- und Handelskammern.

Für die Studie sollten sich 33.000 Verbraucher über die Attraktivität ihrer Innenstädte äußern. Das Ergebnis: Die Konsumenten erteilen deutschen Stadtzentren die Schulnote Drei plus. Sowohl junge als auch ältere Kunden sind mit ihren Stadtzentren grundsätzlich zufrieden. Und: Innenstädte werden von Personen jeglichen Alters besucht - jüngeres Publikum zieht es aber eher in die größeren Städte.

Die Untersuchung zeigt, dass die Konsumenten in größeren Innenstädten stärker Freizeitaspekte berücksichtigen. Kleinere Städte wiederum, etwa bis 50.000 Einwohner, werden eher für die tägliche Versorgung aufgesucht. Wichtig ist für die Verbraucher insgesamt eine gute Innenstadtgestaltung sowie Atmosphäre und Erlebnischarakter.

Mandac trommelt wieder für Sonntagsöffnung

Vor allem die Angebotsvielfalt im Handel ist ein "Hygienefaktor" einer City, schreibt das IFH. Aus Sicht der Besucher fehlen in den Stadtzentren vielerorts Angebote in den Sortimentsbereichen Fashion, Lebensmittel/Getränke und Multimedia/Elektronik/Foto. Besonders in kleinen und mittelgroßen Städten werden Handelsangebote für Bekleidung vermisst - teilweise jeder dritte Innenstadtbesucher bemängelt die Auswahl in diesem Bereich.

Quelle: IFH
Quelle: IFH
Der Aufschwung des Onlinehandels trifft auch immer mehr die Stadtzentren. Jeder fünfte Innenstadtbesucher gab an, verstärkt im Internet einzukaufen statt in den Geschäften der City. Kleinstädte und Metropolen sind dabei gleichermaßen von Frequenzverlusten betroffen.

"Wenn wir wollen, dass die Menschen in die Stadt kommen, dann müssen wir sie auch einladen. Die Menschen lassen sich weder vorschreiben, wie sie in die Stadt kommen - ob per Fahrrad, Bahn oder Pkw -, noch wie oder wann sie einkaufen", sagt Lovro Mandac, mittlerweile Chef der Galeria Kaufhof Holding.

Die wenigen Sonntagsöffnungen zeigen für Mandac, wie beliebt das Einkaufen an diesem Tag bei den Deutschen ist. "Wenn die Läden geschlossen bleiben müssen, dann kaufen sie eben in den Onlineshops", lautet die Schlussfolgerung von "Mister Kaufhof". "Die Forderung an die Politik muss deshalb lauten: Schaffen Sie einen ungehinderten Zugang zur City. Lassen Sie die Menschen auch am Sonntag im stationären Handel einkaufen, wenn sie das möchten", wiederholt Mandac seine alte Forderung.