2015 wurde in deutschen Schlachthöfen so viel Fleisch hergestellt, wie nie zuvor. Der Chef der Verbraucherzentrale fordert nun, dass dieses Fleisch eine qualitative Kennzeichnung bekommen soll. Ähnlich wie bei Eiern.

Ein mehrstufiges Qualitätssiegel für Fleischwaren im Supermarkt soll künftig nach dem Willen der Verbraucherzentrale Bundesverband als Einkaufshilfe dienen. "Ich plädiere für die Einführung einer vierstufigen Haltungskennzeichnung von Fleischprodukten, analog zu der von Frischeiern", sagte Verbandschef Klaus Müller der "Rheinischen Post". Verbrauchern würde so die Entscheidung deutlich erleichtert, welche Qualität sie beim Fleisch wählen und bezahlen wollen, argumentierte er.

Müller forderte zudem ein staatliches Tierschutzlabel, um das Vertrauen auf Käuferseite zu stärken. "Die deutschen Verbraucher zahlen für Fleisch vor allem dann mehr Geld, wenn sie sicher gehen können, eine bessere Qualität zu erhalten", sagte er der Zeitung. Bei der bestehenden "Initiative Tierwohl" von Landwirten, Lebensmitteleinzelhandel und Fleischindustrie sei das aber nicht möglich. "Die Verbraucher haben nicht die Sicherheit, ein Stück Fleisch von einem Tier essen zu können, dessen Leben vorher in Ordnung war", sagte Müller.

Bei der "Initiative Tierwohl" erhalten freiwillig teilnehmende Bauern für zusätzliche Leistungen wie mehr Platz im Stall, mehr Tageslicht oder artgerechtere Trinkmöglichkeiten Geld aus einem Fonds. Das soll auf breiter Front Anreize für die Steigerung des Tierwohls geben.

Laut Statistischem Bundesamt wurden im vergangenen Jahr in Deutschland 8,22 Millionen Tonnen Fleisch geschlachtet, das ist ein neuer Höchstwert. Zwar sank der Verbrauch hierzulande, doch die Nachfrage im Ausland hat die Fleischproduktion getrieben. Vor allem China ist großer Importeur von deutschen Schweinefleisch.