Der Sportartikelhandel kommt auch ohne den Rückenwind einer Fußball-WM Geld zurecht. Zudem arbeiten Intersport wie Sport 2000 an Strategien für die Zukunft, in der auch das Verhältnis zu Herstellern neu austariert werden muss.

Für den Sportartikelhandel sind internationale sportliche Großereignisse wie Fußball-Weltmeisterschaften oder Olympische Spiele wichtige Umsatztreiber. In diesem Jahr muss die Branche ohne solche Veranstaltungen auskommen. Trotzdem schlagen sich die beiden Verbundgruppen bisher gut.

So legte der Umsatz von Intersport im ersten Halbjahr 2015 dank eines starken Wintergeschäfts zu Beginn des Jahres um drei Prozent zu. Besonders erfolgreich haben sich die Bereiche Outdoor (plus fünf Prozent), Wintersport (plus 25 Prozent) und Bike/Funwheel (plus 18 Prozent) entwickelt, teilte der Verbund mit, ohne genauere Zahlen zu nennen.

"Wir sind gut in das neue Jahr gestartet. Die ersten drei Monate verzeichneten durchweg zweistellige Zuwachsraten im Wintersport-Segment. Dadurch hatten wir eine optimale Vorlage, um den fehlenden Sondereffekt der Fußball-WM im Teamsport-Bereich zu kompensieren", sagte Intersport-Chef Kim Roether. Das Unternehmen erwartet für das gesamte Kalenderjahr 2015 ein leicht positives Umsatzergebnis.

Intersport will selbstbewusster auftreten und Eigenmarken stärken

Beim Konkurrenten Sport 2000 stieg der Umsatz im ersten Halbjahr 2015 gar um 4,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. "Die hohen Vorgaben aus dem WM-Vorjahr konnten von den anderen Erlebnisbereichen bisher gut aufgefangen werden", sagte Geschäftsführer Andreas Rudolf. Besonders gut würden sich die Bereiche Fitness und Funwheels entwickeln. Im Segment Outdoor hat Sport 2000 den Umsatz um 4,6 Prozent gesteigert.

Intersport konnte die Outdoor-Umsätze um 5 Prozent steigern und wertet dies als Zeichen dafür, dass  dass sich dieser Markt nach der eher flachen Entwicklung der vergangenen Jahre merklich erholt hat.

Mit dem Projekt "Anstoß Zukunft" will Intersport in den sechs Ländern, in denen der Verbund vertreten ist, eine Strategie bis ins Jahr 2020 entwickeln. Ziel sind dabei Services für Mitglieder und Endverbraucher. Vorstandschef Roether unterstrich: "Wir haben den Mut neue Vertriebstypen zu testen, neue Formate anzubieten oder unsere heterogene Mitgliederstruktur besser mit individuell abgegrenzten Leistungspaketen zu bedienen."

Intersport will seinen 2013 gestarteten Multichannel-Handel weiterentwickeln, die Eigenmarken stärken sowie sich selbsbewusst als Sechs-Länder-Vertrieb präsentieren. Gleichzeitig seien Produkt- und Lieferantenmanagement bei Intersport daran, mit den wichtigsten Lieferanten längerfristige strategische Partnerschaften einzugehen, so der Vorstandsvorsitzende weiter.

Adidas und das Thema Skonto

Sport 2000 wiederum erzielte mit dem Adidas beim Thema Skonto einem Teilerfolg. Demnach habe man es in Verhandelungen geschafft, dass der Hersteller von seinem Plan, dem Handel nur noch ein Skonto von 1 Prozent zu gewähren, abrückt. Nun werde über eine Ausgleichslösung verhandelt, hieß es weiter.

Jedoch habe kein Handelspartner, Key Account und auch keine Verbundgruppe Adidas dazu bewegen können, von einer grundsätzlichen Reduzierung des Skontos abzusehen, teilt Sport 2000 mit. Die nun besprochene Vereinbarung sehe einen sogenannten Kooperationsbonus von durchschnittlich 2,5 Prozent je nach Umsatzanteil der Segmente Schuhe/Hartware/Textil vor. Dieser entspreche dem durchschnittlichen Skontosatz der Sport 2000-Partner und werde als fixe Kopfkondition im Jahr 2016 eingestellt.

"Adidas ist uns in konstruktiven Gesprächen entgegengekommen. In Anbetracht der Folgen, die die angekündigten Konditionsveränderungen für unser Partner gehabt hätten, konnten wir den Worst-Case verhindern", betonte Geschäftsführer Rudolf. "Fakt ist aber, dass es einen vollumfänglichen Ausgleich und es durch die grundsätzliche Skontoreduzierung nur Verlierer geben wird." Als Marktführer habe Adidas mit seiner Entscheidung eine ungute Vorreiter-Rolle eingenommen.